#1

SGZ: Ein Abschied für immer

in Die Geschichten der Woche 18.04.2021 13:30
von Doro • Federlibelle | 2.229 Beiträge | 8764 Punkte

Nina füllte Kaffeepulver in die Kaffeemaschine. Wie jeden Morgen. Während die Maschine zischend und pfeifend ihren Dienst aufnahm, sortierte Nina Wäsche und stopfte die erste Ladung in die Waschmaschine.
Mit zwei Bechern dampfenden Kaffees ging sie in den ersten Stock hoch. Den ersten Becher stellte sie in ihrem Zimmer ab, der zweite war für Oma Else.
Sie klopfte laut, öffnete nach einem knappen „ja“ die Tür und trat ein.
„Guten Morgen“, sagte sie und reichte Else den Becher. Wie jeden Tag saß die Oma im Bett, das Kopfteil etwas schräg gestellt. Dank an die Technik. Nina hatte während der Schulzeit ein Praktikum in einem Altersheim gemacht. Auch, wenn die alten Leute alt und gebrechlich aussahen, sollte man sie im Bett aufrichten oder gar umlagern, konnten sie verdammt schwer sein. Vor einem Jahr hatten sie Oma ein Bett mit Fernbedienung gekauft. Das erleichterte vieles. Oma konnte nun ohne fremde Hilfe jede gewünschte Sitz- oder Liegeposition einnehmen.
„Guten Morgen. Ah, wie das duftet. Wie damals.“ Else schnupperte am Kaffeebecher und schloss für einen Moment die Augen. Sie lehnte sich zurück und lächelte selig. Nina freute sich, war das doch ein Zeichen, dass es ein guter Tag für Else werden würde.
„Denkst wieder an deinen Koch?“, fragte Nina und zog den Rollladen hoch.
Else nickte und öffnete die Augen. „Weißt Mädel, die Leut sagen immer, man soll nach vorne schauen. Den Blick auf die Zukunft richten. Alles Blödsinn. Viele wären dankbar, wenn sie zurückschauen könnten. Wenn die Krankheit das Gehirn zerfrisst, ist die Vergangenheit umso wichtiger. Ohne Vergangenheit ist der Mensch leer. Die Vergangenheit prägt uns, ob wir wollen oder nicht. Niemand kann sie hinter sich lassen.“ Sie trank einen winzigen Schluck. „Man kann sie leugnen. Ja, das wohl. Aber man wird sie nicht los und das ist gut so. Und wenn die Erinnerung wegbricht, was bleibt dann noch?“
„Du bist ja a richtige Philosophin“, sagte Nina. Sie glaubte nicht, dass ihre Oma dement war, egal was Mama oder der Arzt sagten. Jeder vergaß mal was. Im Alter häufte sich das. Das war normal.
„Das hab ich auch von ihm gelernt.“
„Vom Opa Hansl?“ Nina betrachtete das Foto auf dem Nachtisch, das Opa Hansl bei einem Ausflug zeigte. Nina kannte das Plätzchen am Staffelsee. Sehr idyllisch gelegen und da man da bis heute nur zu Fuß hinkam, nicht so überlaufen.
Else schüttelte den Kopf. „Nein, von meinem Koch.“
Nins setzte sich aufs Bett. „Magst mir die Geschichte erzählen?“, fragte sie, obwohl sie sie schon ein paar Mal gehört hatte. Aber sie bildete sich ein, dass es den alten Leuten beim Erinnern half, wenn sie darüber reden konnten.
Else lächelte, stellte das Kaffeehaferl auf den Nachttisch. „Bei Kriegsende war ich siebzehn. Meine Eltern hatten mich zwei Jahre zuvor aufs Land geschickt, auf einen Bauernhof zu entfernten Verwandten.“ Ihre Finger glätteten die Bettdecke. „Anfangs fand ich es dort ganz schrecklich. Alles war neu und so anders. Das Leben der Landbevölkerung unterschied sich erheblich von dem der Städter. Meine Eltern, deine Urgroßeltern waren Lehrer am Luitpold-Gymnasium in der Isarvorstadt. Dadurch hatten wir einige Privilegien.“ Ihre Hände hielten in der Bewegung inne und sie sah Nina an. „Gibt’s des eigentlich noch?“
„Des Luitpold-Gymnasium? Ja, aber das alte wurde zerstört und das neue wurde in der Münchner Altstadt im Lehel aufgebaut. Die haben nix gemeinsam. Vom Namen mal abgesehen.“
„Solang war ich schon nimma auf Minga“, sinnierte Else.
„Mei, da hast nix verpasst. Es ist viel Verkehr in München, man kriegt keine Parkplätze, wenn doch zahlt man ein Vermögen an Parkgebühren und in den Geschäften find ich meistens a nix, was ich net hier auch kriegen könnt.“
„Wahrscheinlich hast du recht. Ich kann von Glück sagen, dass es mich hier her verschlagen hat. Und das Alpenvorland ist wirklich schön.“ Elses Blick wanderte zum Fenster. Vom Bett aus sah man nur Himmel und ein paar Bäume, aber sie wussten, dass dahinter das Murnauer Moos und die Berge lagen.
Nina sah unauffällig auf ihre Uhr. In einer Viertelstunde würde ihre Fortbildung beginnen. Online. Wie fast alles zurzeit. Aber Homeoffice hatte auch Vorteile. So konnte sie von daheim aus arbeiten und nach der Oma schauen. „Wie war des jetzt mit deinem Koch?“, hakte Nina nach.
Else trank einen weiteren Schluck Kaffee. Vorsichtig, fast bedächtig stellte sie den Becher wieder ab. Erst danach erzählte sie weiter.

Hier war die Stunde um.

„Nach anfänglichen Eingewöhnungsschwierigkeiten gefiel mir das Landleben. Bis auf das frühe Aufstehen. Aber ansonsten hatte ich ein gutes Leben. Der Bauer und sein Sohn waren eingezogen worden, die Landwirtschaft blieb an meiner Tante hängen. Der Einfachheit halber nannte ich sie ‚Tante‘. Ich wurde anständig behandelt, hatte zu essen und ein Bett. Sogar eine eigene Kammer. Die vom Sohn. Oft hatte ich ein schlechtes Gewissen, weil ich mir wünschte, dass er nicht so bald wiederkäme. Als dann die Alliierten einmarschierten und die Kaserne in der Nähe besetzten, radelte die Tante hinüber. Sie konnte handeln wie ein türkischer Bazarbesitzer. Knallhart und bauernschlau.“
Nina musste lachen. Sie konnte sich alles genau vorstellen. Es gab einige alte Schwarz-Weiß-Fotos in Elses Fotoalbum.
„Einmal nahm mich die Tante mit. Ich trug einen Korb Eier und ein Stück Butter. Die Küche der Kaserne befand sich in den Wirtschaftsräumen. Wir lieferten das direkt dort ab. In meiner Vorstellung waren Köche alt und rund.“
„Er nicht“, vermutete Nina.
Else grinste. „Nein, er war gertenschlank und nur fünf Jahre älter als ich. Ich habe mich sofort in ihn verliebt.“
Else errötete, was Nina total süß fand.
„Ich hab die Tante überredet, dass ich von nun allein zur Kaserne radel. Erst war ihr das nicht recht. Sie hatte Angst, vor allem die dunkelhäutigen GIs fand sie furchteinflößend. Aber ich habs geschafft, sie zu überreden. Mein Aufenthalt vor den Wirtschaftsräumen dehnte sich aus. Wir haben uns unterhalten. So gut das ging. Er konnte fast kein Deutsch und ich sprach Englisch nur rudimentär. Wenn ich morgens kam, immer zweimal die Woche, hielt er einen Becher Kaffee für mich bereit. Richtigen Kaffee, nicht das Ersatzzeug, das man während der Kriegsjahre trinken musste, weil Kaffee erstens nicht zu haben und zweitens, wenn doch, dann sündhaft teuer war. Sonntagsnachmittags hatte er frei. Da haben wir uns zum Spazierengehen getroffen. Einmal hat er mich sogar ins Münterhaus eingeladen. Er kannte sich aus. Besser als ich. Er wusste einiges über das Leben der einzelnen Künstler. Hast du gewusst, dass Gabriele Münter und Kandisky ein Paar waren? Und dass die Münter viele seiner Bilder vor der SS gerettet hat?“
Nina schüttelte den Kopf. Zwar war sie mit der Schule mehrmals in der Ausstellung im Münterhaus in Murnau gewesen, aber sie konnte sich all die Informationen nicht merken. Die Bilder, ja, die gefielen ihr. Vor allem, wenn sie den Staffelsee wiedererkannte.
„Einmal haben wir einen Ausflug gemacht. Mit den Fahrrädern. Wir sind um den Staffelsee gefahren. Unterwegs haben wir gepicknickt. Er hatte sogar einen Campingkocher organisiert. Die Luft war herrlich frisch. Am Abend zuvor hatte es ein schlimmes Gewitter gegeben. Tagsdarauf war schönstes Wetter. Blau-weißer-Wölkchenhimmel, angenehme Temperaturen, Vogelgezwitscher. Ein Traum.“ Else seufzte und Nina wusste, dass dieser Ausflug wie ein Film vor Elses Augen ablief. „Weißt du, was er für mich gekocht hat?“
Nina überlegte. „Kaffee?“
„Auch. Er hatte zwei Stückchen American Cheesecake zum Nachtisch dabei. Dazu haben wir Kaffee getrunken.“
„Ah, daher stammt also das Rezept für deinen berühmten Käsekuchen“, sagte Nina.
„Ertappt.“ Else kicherte. „Rat noch mal.“
„Ich hab keine Ahnung“, gab Nina zurück und schielte abermals auf die Uhr.
„Spiegeleier!“, rief Else triumphierend. „Oder wie die Amis sagen ‚sunside up‘ oder ‚over easy‘.“
„Bitte was?“ Nina runzelte die Stirn.
„Sunside up sind die normalen Spiegeleier. Mit dem Eigelb nach oben. Over easy nennen die es, wenn sie es von beiden Seiten anbraten.“
„Was du alles weißt.“ Nina staunte. „Für mich ist ein Spiegelei ein Spiegelei. Fertig.“
„Wenn du einen Koch als Freund hast, lernst du das automatisch“, erklärte Else. „Für mich gab es ein sunside up, für ihn over easy, dazu amerikanischen Nudelsalat. Ein Festessen.“ Sie fuhr sich mit der Zunge über die Lippen. Glücklich sah sie aus die Oma, obwohl ein wehmütiger Zug sich über ihr Gesicht legte. „Als wir uns nach dem Ausflug verabschiedeten, wusste ich nicht, dass das unser letzter Treffen gewesen war. Ein Abschied für immer. Zwei Tage später wurden sie zurückgeschickt. Ob sie wollten oder nicht.“ Else nahm den Bilderrahmen vom Nachtkästchen und fuhr mit der Fingerspitze über das Foto.
„Wusste der Opa Hansl von deinem Koch?“
Else schüttelte den Kopf, streichelte weiter das Foto.
Nina deutete auf den Mann auf der Fotografie. „Das ist gar nicht der Opa Hansl. Das ist dein Koch.“
Else lächelte, lehnte den Kopf an und legte den Bilderrahmen auf ihre Brust. „Du bist a liabs Madl. Und gscheit. Bleib so“, sagte sie. „Magst mir noch frische Luft reinlassen?“
Nina stand auf, schob die Gardine beiseite und öffnete das Fenster. Ein Windzug bewegte den leichten Stoff, bauschte ihn auf. Es würde ein wunderschöner Frühlingstag werden. Blau-weißer Himmel, angenehme Temperaturen, Vogelgezwitscher. Sie drehte sich um. „Oma, ich muss leider, ich hab eine Fortbildung, aber mittags …“ Sie trat näher ans Bett. „Oma?“
Elses Hände lagen gefaltet auf dem Bilderrahmen, der Kopf war zur Seite gekippt.

Tränen liefen über Ninas Wangen, als sie ihr Handy aus der Hosentasche zog und den Arzt anrief.


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#2

RE: SGZ: Ein Abschied für immer

in Die Geschichten der Woche 18.04.2021 19:21
von Bree • Federlibelle | 4.115 Beiträge | 16399 Punkte

Ein trauriger, aber auch sehr schöner Schluss, liebe @Doro
Gibt es etwas Schöneres für einen alten Menschen, als mit einem glücklichen Lächeln auf den Lippen einzuschlafen? Ich glaube nicht.
Eine schöne, sentimentale Geschichte, mit viel Herzblut erzählt.
Gern gelesen!

LG
Bree


Der Kriminalschriftsteller ist eine Spinne, die die Fliege bereits hat, bevor sie das Netz um sie herum webt.
(Sir Arthur Conan Doyle)

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#3

RE: SGZ: Ein Abschied für immer

in Die Geschichten der Woche 19.04.2021 01:47
von Carlotta Lila • Federlibelle | 2.070 Beiträge | 9039 Punkte

Liebe @Doro, man sagt oft, das vor dem Tod eines Menschen sein ganzes Leben nochmal an ihm vorbei zieht - fast war es so in deiner Geschichte! Und die ist auch voller interessanter Details: Das mit Gabriele M und Kandinsky finde ich auch interessant, ich liebe Kandinsky sehr!
Mit dem Dialekt war ich ein wenig irritiert diesmal. Nina spricht Dialekt - aber nicht immer. Else spricht eigentlich nicht Dialekt, sondern eher sehr gebildet - dann aber doch wieder ein bisschen Dialekt. Ist mir so aufgefallen.

Eine wirklich berührende Geschichte - mit dem traurigen Ende noch dazu!

Herzliche Grüße
Carlotta Lila


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#4

RE: SGZ: Ein Abschied für immer

in Die Geschichten der Woche 19.04.2021 07:41
von Doro • Federlibelle | 2.229 Beiträge | 8764 Punkte

Liebe @Bree und @Carlotta Lila ,

freut mich, dass euch die Geschichte berührt hat.


Zitat von Bree im Beitrag #2
Gibt es etwas Schöneres für einen alten Menschen, als mit einem glücklichen Lächeln auf den Lippen einzuschlafen?
Ist aber oft so und ich hoffe, dass es auh bei mir so ist. Mein Schwiegervater war ein Choleriker und zu dem die letzen Jahre dement. Leider eine agressive Form. Aber als er starb, sah er wohl total friedlich und entspannt aus.

Zitat von Bree im Beitrag #2
Ein trauriger, aber auch sehr schöner Schluss,
Das war eigentlich so nicht geplant, als ich begonnen habe. Hat sich beim Schreiben ergeben.



Zitat von Carlotta Lila im Beitrag #3
Das mit Gabriele M und Kandinsky finde ich auch interessant, ich liebe Kandinsky sehr!
Vielleicht bist du ja mal hier in der Gegend und hast Zeit, dann können wir einen Ausflug an den Staffelsee machen. Das Münterhaus steht in Murnau.
Ich hab mal von meinem Mann einen Malkurs geschenkt bekommen. Bei einer Künstlerin, die ebenfalls am Staffelsee lebt und arbeitet. Von ihrem Garten aus hatte man Blick auf das Murnauer Moos. Schon ein priviligiertes Plätzlich zum Malen. (Das Murnauer Moos ist ein Naturschutzgebiet mit Moorcharakter. Sehr interessant.)

Zitat von Carlotta Lila im Beitrag #3
Mit dem Dialekt war ich ein wenig irritiert diesmal. Nina spricht Dialekt - aber nicht immer. Else spricht eigentlich nicht Dialekt, sondern eher sehr gebildet - dann aber doch wieder ein bisschen Dialekt. Ist mir so aufgefallen.
Das liegt wahrscheinlich dran, dass ich so geschrieben habe, wie ich selbst spreche. Ich kann Dialekt, spreche ihn aber meistens nicht. Es sei denn, ich bin am Schimpfen oder rege mich auf (oder ich hab mich mit meinen Schulfreundinnen getroffen. Da sprechen einige bayerisch und ich übernehme es. Fällt meinen Kindern dann jedesmal auf.)
Und dann gibt es nocht das Münchnerisch, das ist Hochdeutsch mit einer deutlichen Dialektfärbung. Ein nichtmünchnerischer Bayer lästert drüber.
Danke für den Hinweis. Ich werde die Geschichte dahingehend noch mal überarbeiten.


LG
Doro


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#5

RE: SGZ: Ein Abschied für immer

in Die Geschichten der Woche 19.04.2021 09:58
von Carlotta Lila • Federlibelle | 2.070 Beiträge | 9039 Punkte

Liebe @Doro, das mit dem Mischen von Dialekt und Hochdeutsch beim Sprechen kenne ich voll! Mir passiert es oft, dass ich wenn ich emotional bin, eher im Dialekt spreche, bei der Arbeit natürlich Hochdeutsch und mich auch sonst oft an die Sprechweise meines Gegenübers anpasse ((-:

Ich hoffe sehr, dass ich dich mal besuchen kann! Das wäre super! Und dann auf zu Kandinsky!

Liebe Grüße
Charlotte


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#6

RE: SGZ: Ein Abschied für immer

in Die Geschichten der Woche 19.04.2021 16:20
von Gini • Federlibelle | 1.759 Beiträge | 3580 Punkte

@Doro
Eine schöne Geschichte. Du hast da ganz viel Herzblut und auch Wissen reingepackt. Was du alles weißt, vom Krieg u.s.w.
Für Oma Else war das bestimmt ein schöner Tod. So von Erinnerungen geprägt.
Oftmals sterben die Menschen ja wenn sie alleine sind. In dem Moment ihres Todes, stand Nina am Fenster..
War also nicht unmittelbar am Bett. So voller Erinnerungen möchte ich auch mal von dieser Welt gehen.


Gedanken sind nicht stets parat,/ Man schreibt auch, wenn man keine hat.

Wilhelm Busch (1832-1908)
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#7

RE: SGZ: Ein Abschied für immer

in Die Geschichten der Woche 19.04.2021 16:51
von Doro • Federlibelle | 2.229 Beiträge | 8764 Punkte

Liebe @Gini ,

schön, dass dir meine Geschichte gefällt.

Zitat von Gini im Beitrag #6
Was du alles weißt, vom Krieg u.s.w.
Ich hab vor einigen Jahren regelmäßig bei einer Künstlerin einen Malkurs gemacht. Da war u.a. eine alte Dame dabei, die viel von früher erzählt hat. Sie hatte viel erlebt und hat mich wirklich sehr beeindruckt. Sie war von ihrer Familie aufs Land geschickt worden. Ich wünschte, ich hätte mir nach jedem Kurstag gleich notiert, was sie erzählt hat. So habe ich es nur noch bruchstückhaft in Erinnerung. Was ich nicht mehr weiß, ergänzt dann meine Fantasie.

Das Münterhaus in Murnau gibt es wirklich. Dort hat die Gruppe des Blauen Reiters eine Weile zusammengelebt und gemalt. Inzwischen ist es ein (kleines) Museum und man kann es anschauen. In einem meiner Manuskripte ist die Prota Künstlerin und macht mit ihrem Freund einen Ausflug nach Murnau, ins Münterhaus und ins Murnauer Moos. Da kann man übrigens wirklich wunderbar spazierengehen oder wandern. Früher gab es einen Weg direkt durchs Moor. Heute haben sie die Wege drumherum gebaut, weil unvernüftige "Naturliebhaber" nicht auf den gekennzeichneten Wegen geblieben sind.


Zitat von Gini im Beitrag #6
Oftmals sterben die Menschen ja wenn sie alleine sind. In dem Moment ihres Todes, stand Nina am Fenster..
War also nicht unmittelbar am Bett.
Aber Else wusste, dass Nina da war. Als Kind konnte ich mich gut beschäftigen, war auch gern allein im Zimmer. Aber mir war es wichtig zu wissen, dass jemand im Haus war.

Ja, ich hoffe auch, dass ich mal einfach so einschlafe, begleitet von den schönen Erinnerungen meines Lebens.

LG
Doro


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#8

RE: SGZ: Ein Abschied für immer

in Die Geschichten der Woche 25.04.2021 14:42
von -jek • Federlibelle | 678 Beiträge | 2064 Punkte

Die Geschichte hat jedenfalls der Münter und dem Staffelsee Ehle gemacht. Übrigens erinnere ich mich gerne an eine Münter-Ausstellung im fernen Norden, in der Galerie Louisiana bei Kopenhagen.


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