#1

HISTORISCHES KNISTERN - Herzklopfen und Angst und Freiheit

in Archiv 27.04.2022 11:10
von Bree • Federlibelle | 4.115 Beiträge | 16399 Punkte

Herzklopfen und Angst und Freiheit

Jemand rüttelte an meiner Schulter. Unwllig schlug ich die Augen auf und fand mich mit vielen anderen auf einer Treppe wieder.
„Mensch, Ela!“, rief meine Freundin Iris, „weeßte, wer grad über dich rüberjestiegen is? Der Genscher!“
Mit einem Schlag war ich wach. Mein Rücken schmerzte, als ich mich aufrichtete.
„Der Genscher?“, hakte ich nach, nicht sicher, ob ich Iris bei dem Lärm um uns herum richtig verstanden hatte. Doch meine Freundin nickte strahlend. „Da is was im Busch“, meinte sie. „Ich geh‘ raus. Kommste mit?“
Ich antwortete nicht gleich. Raus, das bedeutete feuchte Kälte, matschiger Boden und Menschenmengen, wo man hinsah. Hier drinnen war es auch voll, aber trocken und weniger kalt.
Wir waren seit drei Tagen in der Prager Botschaft, andere campierten seit Wochen hier. Die waren mit den Nerven ziemlich runter, denn die Zustände wurden täglich schlimmer. Alles war knapp. Und allein war man nie.
Iris nahm meine Hand und bahnte uns einen Weg durch die Menge.
Schließlich sahen wir zu dem halbrunden Balkon hoch, auf dem in der abendlichen Dämmerung ein paar Leute standen. Ob der Genscher auch darunter war? Bestimmt, meinte Iris.
Neben mir stand ein junger Mann, dessen dunkles Haar über den Kragen seines Jeansjacke hinausging. Er lächelte nervös.
„Weeßte, wie spät es is?“, fragte ich, nur um irgendwas zu sagen, denn er gefiel mir. Er schaute auf seine Armbanduhr. „Gleich sieben.“
Um uns herum angespanntes Gemurmel. Ein Scheinwerfer leuchtete auf, ließ die Männer auf dem Balkon wie Scherenschnitte aussehen. Die Luft schien zu vibrieren, als eine Mikrofonstimme erklang.
„Das ist der Genscher!“, wisperte Iris mir zu.
„Pscht!“
„… zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute Ihre Ausreise –“
Weiter kam er nicht. Alle um uns herum begannen zu schreien, zu jubeln und zu klatschen. Wir hatten es geschafft! Iris und ich umarmten uns selig, dann drehte ich mich um und wurde von dem Mann in der Jeansjacke in die Arme gerissen und hochgehoben. Als wir uns fröhlich voneinander lösten, trafen sich unsere Augen. Just wurde der Lärm zu einem leisen Rauschen und die Welt schien stillzustehen. Wir standen da und sahen uns an. Meine Wangen brannten.
Er räusperte sich und beugte sich zu mir. „Wie heißt du?“
„Manuela. Und du?“
„Christian. Kannst ruhig Chris sagen.“
Unser Dialog verebbte, doch sein Blick war nach wie vor auf mich gerichtet und schien mich nicht loslassen zu wollen. Mir ging es genauso. Lächelte er, blitzte ein Grübchen in seinem Mundwinkel auf.
Chris, dachte ich. Der Name passt zu ihm.
Der Jubel verebbte langsam, alle schauten gebannt zum Balkon hinauf. Genscher sagte was, doch die Worte kamen nicht bei mir an, weil Chris’ herabhängende Hand wie zufällig die meine berührte und damit ein Herzbeben in mir auslöste, das mir den Atem raubte.
Entsetzte, zum Teil erboste Ausrufe holten mich zurück in die Realität.
„Was hat er gesagt?“, fragte ich meine Freundin.
Sie sah mich stirnrunzelnd an. „Haste nich zujehört? Wir dürfen mit’m Zug in die BRD, doch der fährt auch über DDR-Jebiet.“
„Det is bestimmt ‘n Trick“, mutmaßte ein Mann schräg hinter uns. „Der Erich will uns verarschen. Sobald wir drüben sind, holen die uns aus’m Zug und ...“ Er brach ab. Wir wussten auch so, wie der Satz endete.
Angstvoll sah ich zu Chris. Auch er wirkte besorgt, schüttelte aber den Kopf. „Das glaub ich nicht“, meinte er. „Das erlaubt der Genscher nicht, wetten?“
„Ich fürchte, der Stasi is das wurscht“, sagte Iris tonlos.
Chris schwieg.

Man brachte uns zum Bahnhof. Chris war die ganze Zeit neben mir und landete im selben Abteil wie wir. Iris hockte sich still ans Fenster. Der Zug fuhr los. Außer uns waren noch drei weitere Personen im Abteil. Chris und ich saßen uns gegenüber. Sein Lächeln sollte mir Mut schenken, doch manchmal nagte er grübelnd an seiner Unterlippe.
Die drei anderen planten euphorisch ihre Zukunft, doch je näher wir der DDR-Grenze kamen, desto ruhiger wurden sie. Bis sie schließlich verstummten und sich bleierne Stille über das Abteil senkte.
Bald konnte ich die Anspannung nicht mehr ertragen. Ich trat auf den Gang hinaus und starrte wie viele andere schweigend in die rumpelnde Dunkelheit. War der Traum von Freiheit ein Trugschluss gewesen? Ich verlor mich in beunruhigenden Gedanken.
Plötzlich stand Chris neben mir, ganz nah. Wir sahen uns an. Meine Kehle wurde eng unter seinem Blick, ich bekam kaum noch Luft. Er beugte sich zu mir. Sein Atem wärmte meine Wange. Ich schloss erwartungsvoll die Augen, neigte den Kopf zur Seite. Mein Herz raste. Wollte er mir etwas zuflüstern? Mich hinter dem Ohr küssen? Schon bei der Vorstellung richteten sich die Haare auf meinen Armen vor Erregung auf.
„Da is die Grenze!“
Ein Satz, der den innigen Moment zerstörte, uns aufhorchen ließ. Chris schenkte mir ein bedauerndes Lächeln, ehe er nach draußen schaute. Im Lichtkegel einer Laterne sahen wir Vopos mit versteinerten Mienen.
„Wenn das nur gutgeht“, murmelte eine Frau. Ihre Stirn glänzte feucht.
Wir fuhren auf einige Lichter zu. Ein Bahnhof. Der Zug hielt an und die Nervosität wurde greifbar. Mein Mund war plötzlich staubtrocken. Chris ergriff meine Hand, drückte sie.
„Gleich hol’n sie uns hier raus“, meinte ein Mann düster, „und das war’s dann mit der Freiheit.“
Die Zugtür öffnete sich und drei Männer zogen sich nacheinander in den Waggon hoch. Zwei davon gehörten eindeutig zu Horch & Guck.
Ich muss zu Iris, dachte ich. Mit rasendem Puls drängte ich mich ins Abteil zurück, setzte mich neben meine Freundin und nahm ihre kalte Hand. Ihr Gesicht war weiß wie eine Wand. „Ganz ruhig“, wisperte ich ihr zu. „Es wird alles gut.“
Es stellte sich heraus, dass der dritte Herr ein Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes war. Er sollte sicherstellen, dass uns nichts geschah.
„Siehste?“, sagte ich aufatmend zu Iris. Sie nickte nur.
Die Stasi-Typen verlangten mit finsteren Gesichtern unsere Ausweise und behielten sie. Es war ein merkwürdiges Gefühl, als ich meinen Pass hergab.
Schließlich stiegen die Stasi-Typen wieder aus und der Zug fuhr an.
Viele begannen vor Erleichterung zu weinen, andere atmeten nur tief durch oder schlossen die Augen, erschöpft von der enormen Anspannung.
Chris kam herein und setzte sich auf den Platz neben mir. Es tat mir gut, dass er da war. Unsere Knie berührten einander, und als ich meinen Arm auf der Lehne ablegte, fuhr Chris mit seinem Zeigefinger ganz sacht über meine Hand. Ich bekam eine Gänsehaut bis unter die Haarwurzeln und hielt die Luft an. Saß still wie eine Statue. Bloß nichts tun, was den Zauber dieses wunderbaren Augenblicks zerstörte.
Es war verrückt. Während unser aller Leben auf links gedreht wurde, saß ich da und genoss Chris‘ zärtliche Berührungen und das aufregende Pochen in meinem Unterleib.
Bis mein Magen völlig unromantisch zu knurren begann.
„Hungrig?“, fragte Chris mit rauer Stimme.
„Eigentlich nicht. Aber seit heute Morgen hab ich nichts mehr gegessen.“
„Ich auch nicht.“ Er drehte meine Hand um und fuhr mit dem Daumen über die dünne Haut an meinem Handgelenk. Dabei ließ er mich nicht aus den Augen. Ich erschauderte, überwältigt von den Gefühlen, die er in mir auszulösen verstand.
Der Zug hielt noch einige Male, doch niemand befahl uns brüllend, sofort den Zug zu verlassen. Man ließ uns ziehen. Und Chris hielt oder streichelte meine Hand, lächelte mir zärtlich zu, schmiegte sein Knie an meines.
Ich verließ endgültig meine Heimat und war doch glücklicher als je zuvor.
Die Nacht wich dem Morgen, und von irgendwo brandete Jubel bis zu uns. „Wir sind über der Grenze!“
„Wir sind drüben!“
„Endlich!“
Die Belastung, die wie ein dickes Tuch über dem Zug gelegen hatte, verschwand. Alle lagen sich in den Armen, heulten und jauchzten. Iris umarmte mich, dann stürmte sie aus dem Abteil. Wenig später waren Chris und ich allein, die anderen hingen aus den Gangfenstern und winkten den Leuten am Bahnhof zu.
Chris hob mein Kinn an und küsste mich. Ich spürte die Stoppeln auf seiner Haut, roch seinen Duft.
Die Freiheit schmeckte wunderbar.


Der Kriminalschriftsteller ist eine Spinne, die die Fliege bereits hat, bevor sie das Netz um sie herum webt.
(Sir Arthur Conan Doyle)

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zuletzt bearbeitet 27.04.2022 11:12 | nach oben springen

#2

RE: HISTORISCHES KNISTERN - Herzklopfen und Angst und Freiheit

in Archiv 27.04.2022 12:44
von -jek • Federlibelle | 678 Beiträge | 2064 Punkte

Wow, so nah war ich der Geschichte aus der Prager Botschaft noch nie! Gelungen finde ich auch, wie du die erotische Spannung aufrecht erhältst, uns mit dem Kuss rechnen lässt und dann doch wieder vertröstest.


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Wenn du Schreibregeln beherrscht, ist das gut. Wenn sie dich beherrschen, ist das schlecht.
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#3

RE: HISTORISCHES KNISTERN - Herzklopfen und Angst und Freiheit

in Archiv 27.04.2022 15:38
von Bree • Federlibelle | 4.115 Beiträge | 16399 Punkte

Dankeschön, lieber @-jek
Freut mich, dass dir die Geschichte gefallen hat.
Das Thema war ganz schnell da, weil ich die Zeit sehr interessant finde. Ich bin sehr erleichtert, dass es mir gelungen zu sein scheint, es so rüberzubringen, wie ich gehofft hatte. Danke nochmals!

Im Augenblick habe ich keine Zeit, aber ich bin schon sehr gespannt auf deinen Beitrag und werde ihn auf jeden Fall noch heute lesen.

LG
Bree


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#4

RE: HISTORISCHES KNISTERN - Herzklopfen und Angst und Freiheit

in Archiv 27.04.2022 16:55
von Gini • Federlibelle | 1.759 Beiträge | 3580 Punkte

@Bree eine wunderbare Geschichte. Bestimmt ist es damals so abgelaufen in der Prager Botschaft.
Die Angst der Menschen, dass sie doch nicht in die Freiheit dürfen, konnte ich richtig mitfühlen.
Auch die erotischen Szenen in deiner Geschichte, waren sehr romantisch.
Ich stelle mir vor, dass sie sich später wieder treffen werden. Erst einmal muss jeder ankommen.
Aber dann geht ihre Liebesgeschichte bestimmt weiter.


Gedanken sind nicht stets parat,/ Man schreibt auch, wenn man keine hat.

Wilhelm Busch (1832-1908)
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#5

RE: HISTORISCHES KNISTERN - Herzklopfen und Angst und Freiheit

in Archiv 28.04.2022 09:31
von Bree • Federlibelle | 4.115 Beiträge | 16399 Punkte

Liebe @Gini

vielen Dank für dein schönes Feedback! Darüber habe ich mich sehr gefreut.
Zur Recherche habe ich einiges dazu gelesen und ein paar Videos angeschaut, die sehr gut die Verhältnisse in der Botschaft dargestellt haben. Ich hätte dazu noch einiges mehr schreiben können, doch das Zeichenkorsett ließ es nicht zu.
Umso mehr freut es mich, dass es mir offenbar gelungen ist, die Situation gut rüberzubringen. Das erleichtert mich sehr!

LG
Bree


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#6

RE: HISTORISCHES KNISTERN - Herzklopfen und Angst und Freiheit

in Archiv 17.05.2022 21:43
von Jana88 • Federlibelle | 537 Beiträge | 1240 Punkte

Eine sehr schöne Geschichte. Sie ist gleich mehrfach spannend.
Die Spannung bei der Grenzfahrt ist so deutlich zu spüren, als wäre ich selbst da. Und die erotische Spannung ist permanent dabei. Was für widerstreitende Gefühle bei den beiden sind.

Wie oft ist wohl sowas passiert damals? Es ist eine schöne Vorstellung, dass vielleicht auch trotz allem viel Liebe gekommen ist.


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Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut wird, ist es noch nicht das Ende *Oscar Wilde
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#7

RE: HISTORISCHES KNISTERN - Herzklopfen und Angst und Freiheit

in Archiv 18.05.2022 09:47
von Bree • Federlibelle | 4.115 Beiträge | 16399 Punkte

Liebe @Jana88

danke für dein Feedback. Schön, dass dir die Geschichte gefallen hat. Und ja, ich kann mir durchaus vorstellen, dass sich in der damaligen dramatischen Situation durchaus zwei (oder mehr) Herzen gefunden haben, was in der Tat eine sehr schöne Vorstellung ist.

LG
Bree


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#8

RE: HISTORISCHES KNISTERN - Herzklopfen und Angst und Freiheit

in Archiv 02.06.2022 16:14
von Doro • Federlibelle | 2.229 Beiträge | 8764 Punkte

Liebe @Bree ,

nachdem ich meinen Beitrag eingestellt habe, lese ich jetzt peu a peu die der anderen.


Nun zu deinem Text:

Ich war mitten drin im Geschehen der Prager Botschaft. Der Moment, wo Genscher zu sprechen anfängt, beschert mir jedesmal Gänsehaut. So auch hier. (Obwohl er auch was ganz anderes hätte sagen können.)


Geschickt baust du die Gefühle von Chris und Manuela auf, um dann mit den emotionalen Momenten in der Botschaft oder der Ausreise, abzuwechseln.

Kopfkino lief mit.

Gern gelesen.

LG
Doro


Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden. (Mark Twain)
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#9

RE: HISTORISCHES KNISTERN - Herzklopfen und Angst und Freiheit

in Archiv 03.06.2022 12:27
von Bree • Federlibelle | 4.115 Beiträge | 16399 Punkte

Liebe @Doro

danke fürs Lesen und dein Feedback. Freut mich, dass das Kopfkino eingeschaltet wurde.

Zitat von Doro im Beitrag #8
Der Moment, wo Genscher zu sprechen anfängt, beschert mir jedesmal Gänsehaut. So auch hier. (Obwohl er auch was ganz anderes hätte sagen können.)

Ja, sicher hätte er auch etwas anderes sagen können, doch dieser Moment, den wir alle schon so oft im Fernsehen mitbekommen haben, ist einfach historisch und passt deshalb gut zum Thema. Womöglich hätte auch etwas gefehlt, wenn ich nicht genau diese Worte zitiert hätte. Sie haben eben Gänsehautpotential, das konnte ich doch nicht ungenutzt lassen ...

LG
Bree


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#10

RE: HISTORISCHES KNISTERN - Herzklopfen und Angst und Freiheit

in Archiv 12.06.2022 12:13
von Carlotta Lila • Federlibelle | 2.070 Beiträge | 9039 Punkte

Liebe @Bree, es ist super, wie du die Aufbruchsstimmung ins "noch" Ungewisse hier einfängst, Angst, Unsicherheit und Bedrücktheit - ob es funktionieren wird. Man lebt hier sehr mit, mit den jungen Leuten. Ich weiß natürlich vieles von den Geschehnissen nur aus Dokus und so ist es auch interessant zu erfahren, wie das damals im Einzelnen gelaufen ist. Um das zu zeigen, eignet sich die Liebesgeschichte mit sympathischen, jungen Protagonisten und gekonnten erotischen Knistern wunderbar. Man kriegt fast den Eindruck, du wärst persönlich dabei gewesen.
Hat mir super gefallen, die Geschichte!
Liebe Grüße
Charlotte


https://www.leseflamme.jimdofree.com

Unsere größte Schwäche liegt im Aufgeben. Der sicherste Weg zum Erfolg ist immer, es noch einmal zu versuchen.
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#11

RE: HISTORISCHES KNISTERN - Herzklopfen und Angst und Freiheit

in Archiv 14.06.2022 12:27
von Bree • Federlibelle | 4.115 Beiträge | 16399 Punkte

Liebe @Carlotta Lila

ganz lieben Dank für dein Feedback! Schön, dass dir die Story gefallen hat. Das Thema war gleich da, als ich mir die Aufgabe überlegt habe. Es freut mich, dass die Story so gut funktioniert.
Ich habe sie bei meinem letzten Teetreffen vorgelesen und für eine Überarbeitung noch ein paar tolle Tipps bekommen. Bei Gelegenheit werde ich sie umsetzen.

LG
Bree


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#12

RE: HISTORISCHES KNISTERN - Herzklopfen und Angst und Freiheit

in Archiv 17.06.2022 07:12
von Anka • Federlibelle | 730 Beiträge | 3208 Punkte

Liebe @Bree,
nachdem ich meinen Text eingestellt habe, komme ich erst zum Lesen und fange mit deinem an, weil er der erste war.
Die Geschichte gefällt mir sehr, du verstehst es, die Spannung aufrecht zu erhalten und die Geschehnisse mit dieser beginnenden Liebe zu würzen. Genau mein Ding. Diese Stelle fand ich wunderbar:

Zitat von Bree im Beitrag #1
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Es scheint wirklich so, als seist du damals persönlich dabei gewesen, die Schilderungen sind sehr authentisch. Mir gefällt, dass über der Geschichte von Anfang bis Ende ein Prickeln liegt, das von der Gefahr herrüht, aus dem Zug gezogen zu werden, aber auch von dieser Leidenschaft zwischen deinen Protas. Sie wirkt wie ein Anker, an dem sich die beiden festhalten können.


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#13

RE: HISTORISCHES KNISTERN - Herzklopfen und Angst und Freiheit

in Archiv 18.06.2022 10:04
von Bree • Federlibelle | 4.115 Beiträge | 16399 Punkte

Vielen Dank, liebe @Anka

für dein Feedback. Selbst habe ich dieses Ereignis (fast möchte ich sagen: leider) nur am Fernseher verfolgt. Aber ich habe mir zur Einstimmung aufs Schreiben mehrere Videos angeschaut. Bestimmt hat das dabei geholfen, die Story möglichst authentisch wirken zu lassen. Es freut mich natürlich sehr, dass mir das gelungen zu sein scheint. Dankeschön!
Hinsichtlich der Lovestory werde ich bei Gelegenheit noch ein wenig "nachwürzen", anhand der Tipps, die ich inzwischen von meiner Teerunde erhalten habe.

Weißt du, es ist merkwürdig. Mir geht gerade auf, dass meine Geschichten, die sich mit der Grenze, der DDR etc. befassen, ziemlich gut gelungen sind, obwohl ich selbst nie betroffen war. Ich schätze, das liegt daran, dass ich diesen Teil unserer Geschichte so interessant finde und mich entsprechend viel damit beschäftigt habe (Dokus, Bücher ...). Einzelne Schicksale geben einem offenbar ein ungefähres Gefühl dafür, wie diese das Ganze erlebt, welche Ängste sie ausgestanden haben usw.
Ich finde das ziemlich faszinierend und bin sehr dankbar, dass ich mich anscheinend gut genug einfühlen kann, um ihre Emotionen - in Geschichten verpackt - weiterzugeben.

LG
Bree


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#14

RE: HISTORISCHES KNISTERN - Herzklopfen und Angst und Freiheit

in Archiv 19.06.2022 07:54
von Anka • Federlibelle | 730 Beiträge | 3208 Punkte

Als jemand, der nicht betroffen war, hast du das wirklich sehr packend geschildert. Dokus und Filme helfen dabei natürlich, doch du hast die Gabe, dich hineinversetzen zu können.
Ich bin in der DDR aufgewachsen und hatte eine glückliche Kindheit. Mir kam auch als Teenager nie der Gedanke zu flüchten und mich damit in Gefahr zu bringen. Manchmal stört es mich, wenn die Westdeutschen (damit meine ich jetzt nicht dich und deinen Text) unsere Vergangenheit so schildern, als sei das die Hölle gewesen. Es gab durchaus soziale Vorzüge, die ich mir heute wünschen würde. Es wäre interessant, mal eine Geschichte aus der anderen Perspektive zu schreiben. Jemand, der sich wohlfühlt in der DDR und dessen Freund oder Freundin versucht, in den Westen abzuhauen. Aber wahrscheinlich würde dann die Prota auf wenig Verständnis stoßen und als Mitläufer abgestempelt werden. Du siehst, deine Geschichte hat einiges in mir ausgelöst


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