#1

SGZ Nr. 2 - Quatschgedicht in schneeweiß

in Die Geschichten der Woche 14.01.2022 13:03
von Bree • Federlibelle | 4.187 Beiträge | 16674 Punkte

Es stapfen mühsam durch den Schnee
Ein Zwerg, ein Troll und eine Fee.
„Mir tun verdammt die Füße weh!“,
so brummt der Zwerg. „Oje, oje!“

„Ich spüre meine gar nicht mehr“,
jammert der Troll gleich hinterher.
Der Weg ist für sie alle schwer,
hier gibt es keinerlei Verkehr.

Sie müssen einen Wald durchschreiten,
auf schmalen Wegen, keinen breiten.
Die Fee schwebt vor, um sie zu leiten,
es droht Gefahr von vielen Seiten.

Im Wald, da wimmelt es von Tieren,
von Kraken, Kängurus und Stieren.
Das geht der Fee doch an die Nieren.
„Wie wär’s“, fragt sie, „mit ein paar Bieren?“

Prompt halten Troll und Zwerglein inne.
„Es gibt hier Bier? Ich glaub, ich spinne!“
Dem Troll läuft Speichel von dem Kinne.
Es fehlt ihm wohl die Abtropfrinne.

Die Fee schwingt gleich den Zauberstab.
„Eene, meene Hexengrab,
drei Bier bittschön, und zwar im Trab!“
Da schwebt das Bier auch schon herab.

Landet sacht im weißen Schnee.
Im Grunde hätt ich lieber Tee,
denkt ganz leis die kleine Fee
und schaut verträumt zum nahen See.

Von dort kommen mit viel Radau
ein Ochs, ein Fuchs sowie ein Pfau.
„Aus dem Weg, wir woll’n zur Schau!“,
krächzt auffordernd der eitle Pfau.

Rasch machen sie mit einem Satz
dem merkwürdigen Rudel Platz,
das saust vorbei in wilder Hatz.
Schon ist es fort, das ging ratzfatz.

Der Troll sieht prüfend in den Schnee.
„Oh nein!“, ruft er. „Oh weh, och nee!“
Im Schnee liegt nun ein gelber See.
„Das Bier ist futsch“, sagt leis die Fee.

„Zaubre‘ uns was Neues her.
Oder ist das gar zu schwer?
Wenn ja, dann wäre das nicht fair.
Wir wünschen uns das Bier so sehr!“

Es schnieft der Troll, der Zwerg schluchzt auf.
„Wes Brot ich ess, des Bier ich sauf“,
setzt der Troll noch einen drauf.
„Für Bier nehm‘ ich sehr viel in Kauf.“

Da hockt sich leicht die kleine Fee
in den winterweißen Schnee,
der Zauberstab schwingt in die Höh‘
und ihre Stimm trägt bis zum See.

„Eene meene Schnabeltier,
wir hätten gerne noch zwei Bier.
Eene meene Stöckelschuh,
und noch einen Tee dazu.“

Frisch gestärkt geht es bald weiter.
am Fuß des Zwergs bildet sich Eiter.
Der Troll macht ihn zu seinem Reiter,
so bleiben alle drei recht heiter.

Und die Moral von der Geschicht,
es tut mir leid, die gibt es nicht.
Die Story ist der pure Quatsch
und aus dem Schnee ward gelber Matsch.


Der Kriminalschriftsteller ist eine Spinne, die die Fliege bereits hat, bevor sie das Netz um sie herum webt.
(Sir Arthur Conan Doyle)

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#2

RE: SGZ Nr. 2 - Quatschgedicht in schneeweiß

in Die Geschichten der Woche 14.01.2022 15:36
von Gini • Federlibelle | 1.765 Beiträge | 3609 Punkte

@Bree Grandios dein Quatschgedicht.
Ich hab mich echt beömmelt. Ein Schmunzler an diesem
trüben Tag. Danke dafür.


Gedanken sind nicht stets parat,/ Man schreibt auch, wenn man keine hat.

Wilhelm Busch (1832-1908)
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#3

RE: SGZ Nr. 2 - Quatschgedicht in schneeweiß

in Die Geschichten der Woche 14.01.2022 18:24
von Carlotta Lila • Federlibelle | 2.098 Beiträge | 9179 Punkte

Liebe @Bree, das also ist der gelbe Schee
Also einfach unglaublich süss gedichtet, mit geniale Wortwitz, einfach super. Ich hatte gerade ein total skuriles Kopfkino. Wenn ich jetzt nicht noch ein wenig krank wäre, würd ich mir jetzt ein Bier gönnen, aber so bleibt es doch beim Tee.
Tolles Wintergedicht, echt!
Liebe Grüsse
Charlotte


https://www.leseflamme.jimdofree.com

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Thomas Alva Edison
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#4

RE: SGZ Nr. 2 - Quatschgedicht in schneeweiß

in Die Geschichten der Woche 14.01.2022 20:12
von Herbert Glaser • Federlibelle | 664 Beiträge | 1233 Punkte

Sehr gelungen, liebe Britta!

Das Reimen scheint dir zu liegen.

Ich muss mich dabei immer quälen, deshalb meinen großen Respekt!

Viele Grüße

Herbert


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#5

RE: SGZ Nr. 2 - Quatschgedicht in schneeweiß

in Die Geschichten der Woche 15.01.2022 09:45
von Bree • Federlibelle | 4.187 Beiträge | 16674 Punkte

Guten Morgen @Gini @Carlotta Lila und @Herbert Glaser

vielen Dank für euer Feedback. Freut mich, dass euch dieser Blödsinn Spaß gemacht hat. Da gab es kein Konzept, kein "wohin soll das führen" oder sonstwas, ich hab einfach drauflos gedichtet. Bei manchem Reim musste ich natürlich länger überlegen, und bei dem Geistesblitz mit der Abtropfrinne musste ich selbst grinsen.
Hat echt Spaß gemacht.
Lieber @Herbert Glaser
es stimmt, dichten fällt mir relativ leicht. Besonders Balladen, also längere Gedichte mit wörtlicher Rede, liegen mir. Und sie sind meistens humorvoll, selbst, wenn es nicht beabsichtigt ist. Keine Ahnung, wieso ... Meist geraten sie mir aber ein bisschen zu lang. Es ist einfach so, dass ich - einmal angefangen - nur schwer wieder aufhören kann ...

LG
Bree


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#6

RE: SGZ Nr. 2 - Quatschgedicht in schneeweiß

in Die Geschichten der Woche 16.01.2022 11:03
von Doro • Federlibelle | 2.270 Beiträge | 8898 Punkte

Liebe @Bree ,

ich habs erst jetzt gelesen und hab mich köstlich amüsiert.

Meine Lieblingsstelle: Dem Troll läuft Speichel von dem Kinne.Es fehlt ihm wohl die Abtropfrinne.

Sehr gern gelesen.

Lg
Doro


Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden. (Mark Twain)
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#7

RE: SGZ Nr. 2 - Quatschgedicht in schneeweiß

in Die Geschichten der Woche 20.01.2022 12:01
von Bree • Federlibelle | 4.187 Beiträge | 16674 Punkte

Liebe @Doro

vielen Dank fürs Lesen, Lachen und Kommentieren!

Zitat
Meine Lieblingsstelle: Dem Troll läuft Speichel von dem Kinne.Es fehlt ihm wohl die Abtropfrinne.


Als ich das schrieb, hab ich auch vor mich hin gegrinst. Ist immer toll, wenn einem beim Dichten solche Sachen einfallen.

LG
Bree


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