An Aus


#1

Neuer Prolog für meinen Krimi, 2. Teil

in Auszüge aus unseren Büchern 20.01.2024 16:19
von Bree • Federlibelle | 4.024 Beiträge | 16010 Punkte

Zu Hause räumte er die Einkäufe weg und begann, den Tisch zu decken. Während er Messer neben die Brettchen legte, hörte er, wie nebenan die Tür ins Schloss fiel. Frau Barckmann war jetzt also in ihrer Wohnung. Er stellte noch ein Glas für sich und eine Tasse für seine Mutter auf den Tisch, die abends immer Tee zu sich nahm, und schaute auf die Uhr. In einer Viertelstunde würde sie nach Hause kommen. Zeit genug, um den Kuchen zu holen. Bei dem Gedanken an ein süßes, saftiges Stück Marmorkuchen lief ihm das Wasser im Mund zusammen. Normalerweise machte er sich morgens ein Stück Schwarzbrot mit Leberwurst, um es in der Schule zu essen. Manchmal nahm er auch einen Apfel mit. Doch Kuchen … das war natürlich um Längen besser.
Er mochte Inge Barckmann. Sie war Witwe, ihr Mann, ein Bauarbeiter, war vor wenigen Jahren von einem Gerüst in den Tod gestürzt. Seitdem arbeitete sie bei Hertie in der Damenabteilung, um sich den Lebensunterhalt zu verdienen. Ihren Mann hatte er nicht sehr gut gekannt, aber doch gut genug, um ihn nicht zu mögen. Er war häufig betrunken gewesen, daran erinnerte er sich noch, und hin und wieder war es unvermeidlich gewesen, sein Gebrüll aus der Nachbarwohnung und die schmerzerfüllten Schreie seiner Frau zu hören.
Die hatte den Tod ihres Mannes rasch verschmerzt. „Ich will nie mehr heiraten“, hatte Inge Barckmann ihm einmal anvertraut. „Allein bin ich sehr viel glücklicher.“
Er lehnte die Tür an, als er nun auf den Hausflur trat. Kaum hatte er gegenüber geklingelt, hörte er ihre Schritte. „Komm rein“, sagte sie, nachdem sie ihm geöffnet hatte. „Ich habe dir den Kuchen schon eingepackt.“
Er folgte ihr in die Küche. Vor dem Fenster hingen goldgelbe Vorhänge und gaben dem Raum etwas fröhlich-gemütliches. Er mochte das. Auch das leise klingelnde Windspiel, das zwischen den Vorhängen hing, fand er schön. Man konnte es hören, obwohl das Radio lief. Gottlieb Wendehals schmetterte seine ‚Polonaise Blankenese‘.
„… und Erwin fasst der Heidi von hinten an die Schultern. Das hebt die Stimmung, ja da kommt Freude auf …“
„Hier, mien Jung“, sagte Inge Barckmann und reichte ihm ein knisterndes Päckchen. „Zwei Scheiben, dick abgeschnitten.“
„Danke“, sagte er und nahm die gefüllte Papiertüte entgegen.
Der Schlager im Radio wurde von einem unschönen Rauschen gestört. Inge Barckmann seufzte. „Was stimmt bloß nicht mit meinem Radio? Das macht es in letzter Zeit andauernd.“
„Soll ich es mir mal ansehen?“
„Kennst du dich denn mit sowas aus?“
Er zuckte mit den Achseln. „Ich interessiere mich für Technik.“
„Na, dann.“ Sie wies auffordernd auf den Apparat, und er legte das Kuchenpäckchen auf den kleinen Esstisch, ehe er sich dem Radio zuwandte. Nach einem kurzen Blick ahnte er, was das Problem war. Er schob einen kleinen Regler auf die andere Seite und Gottlieb Wendehals schmetterte seinen Gassenhauer ohne Störungen weiter.
Inge Barckmann sah ihn staunend an. „Wie hast du das gemacht? Du bist ja ein kleiner Zauberer.“
Er winkte ab. „Ach, das war nichts. Sie sind wohl versehentlich gegen den Schalter da gekommen und haben auf Stereo gestellt. Ich habe auf Mono umgestellt. Stereo braucht eine stärkere Empfangsleistung.“
Sie lachte. „Ich hab zwar kein Wort verstanden, aber nun hast du dir den Kuchen redlich verdient. Danke, mien Jung. Und wenn du willst, lege ich dir auch gern mal wieder die Kipperkarten.“
„Ich komme drauf zurück“, erwiderte er, und hörte im nächsten Augenblick aus dem Hausflur Schritte die Treppe heraufkommen. Er schnappte sich den Kuchen. „Ich muss los. Nochmal danke!“
„Bis bald“, hörte er sie noch hinter ihm herrufen, als er aus der Wohnung eilte und geräuschlos hinter der eigenen Tür verschwand. Schnell verbarg er den Kuchen in seiner offenstehenden Schultasche, dann ertönte auch schon das typische Geräusch von einem sich im Schloss drehenden Schlüssel.
Wenig später fiel die Tür ins Schloss. Er ging seiner Mutter entgegen. „Hallo, Mama.“
Sie hob nur kurz den Kopf, während sie aus ihren Hackenschuhen stieg, und grunzte etwas.
„Ich habe schon das Abendbrot vorbereitet“, sagte er eilfertig. Gleichzeitig fiel ihm ein, dass er weder Teewasser aufgesetzt noch Käse und Wurst bereitgestellt hatte. „Bin fast fertig“, fügte er hinzu und kehrte in die Küche zurück.
Sie folgte ihm und betrachtete den erst halb gedeckten Tisch. „Fast fertig nennst du das?“, fragte sie tadelnd. „Ich würde es als ‚gerade angefangen‘ bezeichnen. Beeil dich gefälligst, ich bin kaputt und mir hängt der Magen in den Kniekehlen. Ehrlich, du bist genauso ein Faulpelz wie dein Vater.“
Er holte gerade den Käse aus dem Kühlschrank. Auf ihre Bemerkung hin hielt er mitten in der Bewegung inne und atmete tief durch.
Wie meistens, wenn sie mit ihm sprach, folgte am Ende unweigerlich ein Vergleich mit seinem Vater. Er hatte an diesen Mann keinerlei Erinnerung, doch in seiner Vorstellung war er eine Mischung aus Jack the Ripper und einem RAF-Terroristen. Von Grund auf böse und verdorben. Etwas Gutes jedenfalls hatte er noch nie über seinen Erzeuger gehört.
„Du bist genauso ein Dummkopf wie dein Vater!“
„Du hast von nichts eine Ahnung, genau wie dein Vater.“
„Du kannst wirklich gar nichts, genau wie dein Vater.“
Er war so unfähig wie sein Vater, so schlampig, so herzlos, so verlogen … Er kannte ihn nicht, doch er hasste diesen Mann mit jeder Körperfaser. Und egal, was er versuchte, wie sehr er sich anstrengte, anders zu sein, ein Lob hatte er aus dem Mund seiner Mutter noch nie gehört.
Wie gern hätte er ihr erzählt, wie die Jungen aus der Schule ihn wieder drangsaliert hatten. Wie schön wäre es, wenn sie ihn nur einmal tröstend in den Arm nehmen würde. Doch vermutlich würde sie sich ihren Arm eher abbeißen.
Er liebte seine Mutter. Sie war der einzige Mensch, zu dem er gehörte.
Und er hasste sie. Dafür, dass sie nicht so war wie andere Mütter. Wie die aus dem Fernsehen zum Beispiel. Die sorgten für ihre Kinder, schenkten ihnen Wärme, Zuneigung, Liebe.
Seine Mutter hatte was von einem Kühlschrank, wobei der noch mehr Wärme ausstrahlte, überlegte er. Er war nur von innen kalt. Der Vergleich hinkte also. Ein Eisblock traf es besser.
Aber irgendwann würde er ihr beweisen, dass er besser war als sein Vater.
Und dann würde sie ihn vielleicht endlich lieben


Der Kriminalschriftsteller ist eine Spinne, die die Fliege bereits hat, bevor sie das Netz um sie herum webt.
(Sir Arthur Conan Doyle)

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#2

RE: Neuer Prolog für meinen Krimi, 2. Teil

in Auszüge aus unseren Büchern 21.01.2024 09:25
von Carlotta Lila • Federlibelle | 2.046 Beiträge | 8862 Punkte

Liebe @Bree, dein Prolog führt in die Welt eines Jungen ein: in der Schule hat er Probleme mit den Stärkeren und zu seiner Mutter hat er kein gutes Verhältnis. Den Vater gibt es nicht.
Eine Nachbarin ist sehr nett zu ihm und auch er mag sie gerne.
Weiteres musste der Junge früh lernen selbständig zu werden. Er ist auch klug und ...kommt mir vor ...verantwortungsvoll, denn er lernt selber. Konfliktpotentiale werden angerissen.
Der Text liest sich gut und flüssig ... gibt viele Informationen.
Hast du noch spezielle Fragen, auf was man achten sollte? Das würde mir fürs Kommentieren helfen.
Liebe Grüße
C Lila(-:


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#3

RE: Neuer Prolog für meinen Krimi, 2. Teil

in Auszüge aus unseren Büchern 21.01.2024 12:46
von Bree • Federlibelle | 4.024 Beiträge | 16010 Punkte

Liebe @Carlotta Lila

danke fürs Lesen und dein Feedback. Ich hätte gern gewusst, ob es störend ist, wenn der Vorname des Jungen nicht vorkommt und ich immer nur "er" schreibe. Aber ich habe den Eindruck, dass das so durchaus funktioniert. Ob ich es dabei belasse, weiß ich noch nicht.
Folgendes solltest du wissen: Der eine der Rüpel aus dem 1. Teil, Carsten, ist mein Hauptkommissar Carsten Andresen als Kind.
Und die Inge Barckmann kommt auch wieder vor, dann aber als alte Frau.

Ich denke, als Prolog funktioniert dieser Text nicht wirklich, dafür fehlt es vermutlich an Spannung. Ich werde also versuchen, ihn irgendwo im Krimi als Rückblende einzubauen. Er soll als Hinweis dafür dienen, wieso mein Antagonist der wurde, der er ist.
Vielleicht baue ich ihn auch noch ein wenig aus, denn es gibt einen weiteren Abschnitt in seinem Leben, der nicht unwichtig ist.

Zitat von Carlotta Lila im Beitrag #2
Der Text liest sich gut und flüssig ... gibt viele Informationen.

Das freut mich sehr, Denn so sollte es sein. Danke dir!

LG
Bree


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#4

RE: Neuer Prolog für meinen Krimi, 2. Teil

in Auszüge aus unseren Büchern 21.01.2024 13:11
von Carlotta Lila • Federlibelle | 2.046 Beiträge | 8862 Punkte

Liebe @Bree,
ja danke, dass es um den Hauptkommissar als Kind geht, war eine wichtige Info. Das wird dann später ein Licht auf die Motivation seiner Berufswahl, etc. werfen.
Das der Junge nur als ER erwähnt wird, stört mich eigentlich nicht.
Nein, spannend in dem Sinn ist der Prolog nicht, aber er zeigt - wie gesagt Konfliktherde an, wo die Leser natürlich Gedankengänge weiter spinnen können.
Bei Thriller und Krimi wird sonst ja an den Anfang oft irgendeine grausige Szene, ein Verbrechen gestellt, wo man dann aber nicht weiß, werden Mord begangen hat. Das ist es nicht.
Aber wenn der Prolog der Auftakt z.B. zu einer Krimiserie mit dem Kommissar ist, könnte er als solcher schon funktionieren.
Die Szene mit der Mutter könntest du noch ein wenig verdichten, finde ich. Wie tief verletzt die Gefühle des Jungen sind, wenn sie über den Vater schimpft. Denn ich denke mir, neben dem Hass auf seinen Vater - was du sehr nachvollziehbar zeigst - ist da eben auch noch eine tiefe Wunde da. Und wenn er in der Schule von den stärkeren Jungs gequält wird, fehlt ihm auch der Rückhalt eines starken Vaters im Hintergrund. Weil die Mutter ihm sowieso nicht hilft.
LG
C Lila


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#5

RE: Neuer Prolog für meinen Krimi, 2. Teil

in Auszüge aus unseren Büchern 21.01.2024 13:21
von Bree • Federlibelle | 4.024 Beiträge | 16010 Punkte

Liebe @Carlotta Lila

eine Serie wird es nicht, es geht nur um diesen einen Krimi. Die Berufswahl von Carsten hat damit auch nichts zu tun, doch holen ihn seine Taten von damals in diesem Krimi ein, woraufhin er einen für ihn sehr wichtigen Entschluss fasst. Aber mehr will ich dazu noch nicht unbedingt verraten.

Mein Antagonist hat von früh auf gelernt, seine Gefühle für sich zu behalten, seinen Kummer mit sich selbst auszumachen, und redet mit keiner Seele über das, was ihn beschäftigt. Eben weil es im Grunde niemanden gibt. Als er die nette Nachbarin näher kennenlernt, ist dieses "Mit-sich-selbst-Ausmachen" schon so tief in ihm verwurzelt, dass er sich auch ihr gegenüber niemals öffnet.
Aber er hat seine eigenen Methoden, um sich besser zu fühlen, nämlich indem er sich äußerst subtil und wirkungsvoll an allen rächt, die ihn schäbig behandelt haben. Nur seine Mutter verschont er - weil sie nun mal seine Mutter ist, sein winziges Stückchen Familie.

In "List und Lüge" gibt es ebenfalls eine Rückblende in die Vergangenheit einer Person, und die ist recht gut angekommen. Ich werde es diesmal ähnlich halten und den Einblick in die Vergangenheit des Jungen noch ein wenig weiterspinnen.

LG
Bree


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#6

RE: Neuer Prolog für meinen Krimi, 2. Teil

in Auszüge aus unseren Büchern 21.01.2024 13:37
von Carlotta Lila • Federlibelle | 2.046 Beiträge | 8862 Punkte

Liebe @Bree

ja ich glaube auf dieses Phänomen
Als er die nette Nachbarin näher kennenlernt, ist dieses "Mit-sich-selbst-Ausmachen" schon so tief in ihm verwurzelt, dass er sich auch ihr gegenüber niemals öffnet.
treffe ich in der Arbeit mit unseren Jugendlichen auch oft.
Sie haben in niemanden mehr wirkliches Vertrauen und machen alles mit sich selber aus.
LG C


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zuletzt bearbeitet 21.01.2024 13:37 | nach oben springen

#7

RE: Neuer Prolog für meinen Krimi, 2. Teil

in Auszüge aus unseren Büchern 21.01.2024 16:28
von Yggdrasil • Federlibelle | 1.070 Beiträge | 2791 Punkte

@Bree Wie immer gut und flüssig, wohl auch fehlerfrei geschrieben.
Es ist ja praktisch eine eigene Handlung, die wohl mit dem dann erwachsenen Kommissar nichts zu tun hat, sondern seine Kindheit beleuchtet. Das ist mir als Prolog zu viel. Aber ich weiß natürlich nicht, was in der Haupthandlung folgen wird. Aber es scheint kein Krimi aus der Reihe zu sein, sondern eine eigene Story.
Im ersten Teil allerdings hast Du 2 mal den Namen Carsten verwendet, im 2, Teil nicht, oder täusche ich mich?


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#8

RE: Neuer Prolog für meinen Krimi, 2. Teil

in Auszüge aus unseren Büchern 21.01.2024 17:37
von Bree • Federlibelle | 4.024 Beiträge | 16010 Punkte

Lieber @Yggdrasil

danke fürs Lesen. Mal sehen, ob ich den Teil nutze. Im Augenblick glaube ich fast, ich schreibe über das Leben meines Antagonisten, um mich besser in ihn einfühlen zu können, um ihn so richtig kennenzulernen. Wenn ich den perfekten Platz innerhalb des Krimis finde, füge ich den Teil (der jetzt schon deutlich länger ist, weil ich heute wie wild daran geschrieben habe) als Rückblende ein. Das Prinzip hat bei "List und Lüge" gut funktioniert. Ob es das auch in diesem Fall tut, wird sich zeigen.

Was Carsten angeht: Im Hinblick darauf, dass bei der Interaktion zwischen ihm und meinem Antagonisten einiges aus der Vergangenheit zur Sprache kommt, und diese Vorkommnisse auch Carstens weiteres Leben beeinflussen werden, finde ich es ganz gut, darauf in Form einer Rückblende näher einzugehen. Im Grunde wird es diesmal mehr eine Art Psychothriller werden als ein Krimi.

Ist ja alles noch Rohform, ein Klumpen Lehm, weich und formbar, dessen endgültige Fassung noch nicht feststeht.

LG
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#9

RE: Neuer Prolog für meinen Krimi, 2. Teil

in Auszüge aus unseren Büchern 22.01.2024 14:03
von moriazwo • Federlibelle | 293 Beiträge | 1057 Punkte

@Bree
Jetzt habe ich auch den 2.Teil durch und sehe da einen Antagonisten, der in seiner Kindheit nun wirklich fast nur negativen Strömungen ausgesetzt war. Das muss Auswirkungen haben und den Charakter in eine bestimmte Richtung zwingen. Nach der Lektüre des ersten Teils hatte ich noch die Vorstellung von einem Jungen, der überwiegend durch seine schulische Umgebung drangsaliert wird, der aber in den sicheren Hafen der eigenen Familie zurückkehrt. Es wirkte auch so, dass er seine Mutter liebt und alles für sie tut.
Jetzt aber sieht es wieder völlig anders aus. Ja, er liebt sie und tut auch alles für sie, aber der Grund ist, dass er gar keine andere Wahl hat. Rückhalt, wie er ihn gebraucht hätte, findet er selbst bei seiner Mutter nicht. Sie, enttäuscht und verbittert über ihren Mann, erfreut sich nicht an ihrem doch eigentlich gut geratenen Sohn, sondern projiziert alle negativen Eigenschaften seines Vaters 1:1 auf ihren Sohn, und lässt ihn das Tag für Tag spüren.
Ich vermute, dass genau das seinem Charakter letztlich einen Knacks gibt, der ihn - wie auch immer - um sich schlagen lässt.
Wie auch der erste Teil, ist dieser gut geschrieben, verrät Vieles zwischen den Zeilen und macht weiterhin neugierig. Und es stört ganz sicher nicht, dass du die Identität des Antagonisten im Verborgenen hältst. Im Gegenteil.


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#10

RE: Neuer Prolog für meinen Krimi, 2. Teil

in Auszüge aus unseren Büchern 22.01.2024 15:49
von Bree • Federlibelle | 4.024 Beiträge | 16010 Punkte

Lieber @moriazwo

Zitat von moriazwo im Beitrag #9
Ich vermute, dass genau das seinem Charakter letztlich einen Knacks gibt, der ihn - wie auch immer - um sich schlagen lässt.

Das Verhältnis zu seiner Mutter spielt gewiss eine sehr große Rolle. Hätte er zu Hause Unterstützung und Zuneigung erfahren, wäre sein Leben sicherlich anders verlaufen. Der Auslöser für die Tat in meinem Krimi ist jedoch ein anderer, und Carsten, einer der Schulkameraden, der ihn gemobbt hat, und der sich zu meinem Hauptkommissar Carsten Andresen entwickelt, spielt hierbei eine wesentliche Rolle.
Zitat von moriazwo im Beitrag #9
Wie auch der erste Teil, ist dieser gut geschrieben, verrät Vieles zwischen den Zeilen und macht weiterhin neugierig. Und es stört ganz sicher nicht, dass du die Identität des Antagonisten im Verborgenen hältst. Im Gegenteil.

Das freut und erleichtert mich sehr, vielen lieben Dank!

LG
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