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Action: Freundschaftsdienst
in Archiv 26.05.2025 20:48von Bree • Federlibelle | 6.317 Beiträge | 28191 Punkte
Freundschaftsdienst
Don Collini sitzt am Pool seiner Villa, als wir auf ihn zugehen. Er trägt nichts weiter als eine Badehose und darüber einen seidenen grünen Morgenmantel. Der Ausschnitt gibt den Blick auf seine behaarte Brust samt Goldkette frei. Und natürlich hat er seine Sonnenbrille auf. Die trägt er sogar spät abends, wenn die Sonne längst untergegangen ist. Ich schätze, dass lediglich eine Handvoll Leute je seine Augen gesehen haben. Der Capo scheint die Sonne zu genießen, es sieht aus, als döse er. Doch nun hat er offenbar unsere Schritte gehört. Er hebt den Kopf und setzt sich aufrecht hin.
Ungefähr zwei Meter vor ihm bleiben wir stehen. Ich zwischen zweien seiner Gorillas, Paolo und Vincente. Schweiß rinnt meinen Rücken hinunter. Und das nicht nur, weil es heute so ein warmer Sommertag ist. In erster Linie deshalb, weil meine Situation hochgradig beschissen ist.
Don Collini trinkt einen Schluck der braunen Flüssigkeit, die in einem Kristallglas vor ihm auf dem Tisch stand. Halb geschmolzene Eiswürfel schwimmen darin. Vermutlich ist es Whisky, obwohl der Nachmittag noch jung ist.
„Stefano, Vittorio sagte mir, du hättest dich mit einem Bullen getroffen.“ Der Tonfall des Capo ist ruhig, beinahe freundlich. Als würde er nur nett mit mir plaudern. Doch ich spüre die Drohung hinter den Worten, und meine Schweißdrüsen arbeiten mit Hochdruck. Dazu hämmert mein Herz wie ein Specht auf Speed.
„Vittoria sagte mir auch, er glaube nicht, dass du loyal bist, Stefano. Er meint, du wärst ein Verräter.“
Das letzte Wort zischt er fast. Ein Verräter ist in diesen Kreisen das absolut Letzte, weniger wert als ein Haufen Hundescheiße. Jemand, der singt, wird zertreten wie eine Zigarettenkippe.
Ich schlucke.
„Was hast du dazu zu sagen, Stefano?“ Don Collini lächelt und dreht das Whiskyglas in seinen Händen. Die Sonnenstrahlen bringen das Kristall zum Funkeln. Mir rinnt ein Schweißtropfen die Schläfe hinab.
„Dass der Kerl ein Bulle ist, wusste ich nicht“, sage ich, so aufrichtig wie möglich. „Ehrlich, ich hatte keine Ahnung!“
Die Augenbrauen heben sich über den Rand der Sonnenbrille. Ein Zeichen des Erstaunens. Und dafür, dass Don Collini mir meine Beteuerung nicht abnimmt.
„Ist das so?“, fragt er. „Nun, wenn das alles ist, dann lass uns zwei ein Bad nehmen.“ Er weist lässig in Richtung Pool. „Ich glaube, du brauchst eine Abkühlung, Stefano. Du schwitzt wie jemand, der sich vor Angst in die Hosen macht.“
Mein Herzschlag beschleunigt sich auf beängstigende Weise. „Eigentlich sehr gern, aber ich habe eine Chlor-Allergie“, behaupte ich und scheitere bei dem Versuch, entspannt zu lächeln.
Mit einer schnellen Bewegung schwingt sich Don Collini aus seinem Stuhl und kommt mit seinem Whisky auf mich zu. Das Eis im Glas klimpert leise. Ich kann sein aufdringliches After Shave riechen. Und seinen hochprozentigen Atem. Unwillkürlich weiche ich zurück.
„Ich verstehe“, meint er und tauscht einen sichtlich amüsierten Blick mit Paolo und Vincente. „Dann leiste mir beim Sonnenbaden Gesellschaft. Oder bist du auch allergisch gegen Sonne?“
Er lacht und seine breitschultrigen Gorillas fallen mit ein.
„Nun ja, ich neige zu Hitzepickeln …“, sage ich.
Das Lachen erstirbt. Der Blick, mit dem mich Don Collini mustert, lässt mich trotz der Temperaturen schaudern. „Zieht ihn aus!“, sagt er.
Scheiße!
„Das … das kann ich auch allein“, beteuere ich, die hilfreichen Hände abwehrend, und beginne ganz langsam, mein Hemd aufzuknöpfen, das im Achselbereich dunkle Ringe aufweist. Währenddessen versuche ich, unauffällig nach einem Fluchtweg zu suchen.
Leider kann ich keinen finden.
„Helft ihm!“, verlangt Don Collini, und schon reißen Paolo und Vincente mein Hemd mit einer ruckartigen Bewegung auseinander. Knöpfe kullern über die Terrakottafliesen.
„Ich hab’s gewusst“, sagt Collini und knirscht mit den Zähnen, als die Drähte, die an meiner Brust befestigt sind, zu sehen sind. „Dieser pezzo di merda ist verkabelt!“
Mir bleibt nur eine Möglichkeit; ich muss sehen, dass ich hier wegkomme. Gerade, als die beiden Gorillas nach mir greifen wollen, ducke ich mich und entschlüpfe ihnen. Renne quer durch den weitläufigen Garten davon, ohne zu wissen, ob ich irgendwo das Grundstück verlassen kann.
„Knallt das Verräterschwein ab!“ Die sich überschlagende Stimme des Capo im Nacken lege ich noch Tempo zu.
Schon höre ich Schüsse hinter mir. Im Zickzack rase ich quer über den gepflegten Rasen, dann biege ich links ab, wo mir ein paar Apfelbäumchen minimalen Schutz bieten.
Es knallt erneut. Ich ziehe hastig den Kopf zwischen die Schultern und renne weiter. Seitenstiche machen sich bemerkbar. Ich ignoriere sie und laufe wortwörtlich um mein Leben. In meinen Ohren rauscht es. Hastig scanne ich die Umgebung. Nimmt dieses verdammte Grundstück denn nie ein Ende?
Ich renne auf einen nierenförmiger Teich zu, so dass die Enten, die dort schwimmen, erbost quakend davonflattern. Eine Kugel zieht dicht an meinem Ohr vorbei. Ich fluche und schlage einen Haken in die andere Richtung, überspringe einen Bachlauf und tauche in eine Ansammlung von hohen und dicken Kastanien ein. Hinter einem Baumstamm bleibe ich kurz stehen, um wieder Luft zu holen. Schon jetzt fühle ich mich völlig ausgepumpt.
Wieder Schüsse. Ich zucke zusammen und setze mich in Bewegung, als ich glaube, die Schritte von Paolo und Vincente hinter mir zu vernehmen. Scheiße, sie sind mir auf den Fersen, und ich weiß nicht, wohin. Dies ist kein Garten, das ist ein verdammter Park!
Gern würde ich Kommissar Lasrow anrufen, damit er mich irgendwo einsammelt, aber zum einen habe ich weder genügend Zeit und Luft in den Lungen, um telefonieren zu können, und zum anderen wüsste ich gar nicht, wohin ich ihn schicken sollte. Die Gorillas haben mich hierher kutschiert, in einem Wagen mit derart verdunkelten Scheiben, dass ich von der Umgebung kaum etwas habe sehen können. Mein erster Besuch in der Villa des Capo, und gleich der ging voll in die Binsen. Ich tauge wohl nicht zum Undercover-Agenten.
Don Collini hat meinen besten Freund auf dem Gewissen, und ich wollte ihn aus Rache dafür an die Bullen ausliefern. Das hab ich wohl versaut.
Die Kastanien sind inzwischen hinter mir. Ist das ein Zaun da drüben? Tatsächlich! Ein weißer, gusseiserner Zaun, gut drei Meter hoch, mit Spitzen, die mich vermutlich perforieren, wenn ich versuche, darüber zu klettern. Aber einen anderen Ausweg gibt es nicht.
Verfluchter Mist.
„Da ist er!“, höre ich Paolo brüllen. „Am Zaun!“
Im nächsten Moment knallen erneut Schüsse. Ein scharfer Schmerz jagt durch meinen Oberarm und bringt mich ins Straucheln. Meine Zähne graben sich in meine Unterlippe. Ich darf nicht aufgeben! Wenn sie mich erwischen, bin ich genauso tot wie Marco.
Meine linke Hand legt sich auf die Wunde am rechten Arm. Sie pocht, und Blut benetzt meine Finger. Egal. Ich renne am Zaun entlang, auf der Suche nach einem Ausweg.
Finden kann ich keinen, die letzte Chance wäre, ihn zu überwinden. Aber verletzt wird mir das kaum gelingen. Ich sehe Autos, die zügig auf der angrenzenden Straße vorbeifahren. Mein Blick fährt wie gehetzt von links nach rechts, in der Hoffnung, doch noch ein Schlupfloch zu entdecken. Paolo und Vincente kommen näher, ich höre sie keuchen.
Meine Lungen rasseln wie Ketten, das Seitenstechen ist ebenso fies wie der Schmerz an meinem Arm, und meine Beine zittern.
Ich muss den Tatsachen ins Augen sehen: Es ist vorbei.
Rechts von mir ertönt ein Schuss. Er klingt anders als die vorigen. Ungläubig beobachte ich, dass eine Tür, die auf den ersten Blick kaum zu sehen ist, per Fußtritt aufgestoßen wird. Mit letzter Kraft steuere ich darauf zu. Mehr stolpernd als laufend. Ein weiterer Schuss pfeift durch die Luft, die Kugel trifft auf eine der schmalen gusseisernen Streben dicht neben mir. Der Knall des Aufpralls lässt mich erschrocken zusammenfahren.
„Los, komm!“, ruft eine helle Stimme. Jemand packt meine rechte Hand. Der Schmerz, der durch meinen verletzten Arm jagt, sorgt dafür, dass mir kurz schwarz vor Augen wird. Ich presse die Lippen aufeinander, während mein Retter mich hinter sich herzieht. Im nächsten Augenblick werde ich auf die Ladefläche eines Transporters geschubst, dann knallen die Türen zu und der Wagen rast mit quietschenden Reifen davon.
Völlig außer Atem und mit einem Herzschlag, der meinen verkabelten Brustkorb vibrieren lässt, versuche ich, mich aufzurappeln. Falle noch einmal hin, als der Wagen in eine Kurve geht und haue mir das Knie auf. Endlich hocke ich auf einer Kiste und versuche schwer atmend, wieder zu Kräften zu kommen. Mir gegenüber, registriere ich, sitzt eine junge Frau mit dunklen kurzen Haaren und mandelförmigen Augen. Sie sieht aus wie Lucy Liu, die Schauspielerin.
„Lasrow hat mich informiert, ich war gerade in der Nähe“, erklärt sie und nickt mir zu. „Kommissarin Stella Bornetzki.“
„Stefan Weiser“, ächze ich.
„Ich weiß.“
„Und woher wussten Sie, wo ich bin?“
Sie grinst. „Na, Sie sind doch verkabelt. Lasrow hatte die ganze Zeit über Ihre Koordinationsdaten.“
„Und ich dachte, er und seine Männer hören lediglich zu“, sage ich schwach. „Was ist mit Collini? Kriegen wir ihn dran?“
„Nun, er hat zweien seiner Leute befohlen, Sie umzubringen, das konnten meine Kollegen deutlich hören. Er wird gerade festgenommen.“
Ich lehne mit geschlossenen Augen den Kopf an die Wand des Transporters. Spüre die Vibration des Wagens und denke an Marco. Der Kerl, der für seinen Tod verantwortlich ist, wandert hinter Gitter. Und obwohl das meinen Freund nicht zurückbringen wird, bin ich froh. Ob er mir diese Lucy Liu-Doppelgängerin geschickt hat?
„Hier.“ Stella-Lucy wirft mir etwas Weiches zu. Es ist ein Pulli.
„Ihr Hemd ist im Eimer. Und obwohl Ihr Brustkorb durchaus ansehnlich ist, möchten Sie ihn vielleicht wieder bedecken.“ Sie lächelt schelmisch, dann fällt ihr Blick auf das Blut an meinem Ärmel. „Ach herrje. Schlimm?“
Ich mag sie.
„Nur ein Streifschuss“, sage ich tapfer. „Danke, dass Sie mich da rausgeholt haben.“
Der Wagen rumpelt, unsere Blicke verschmelzen. Ihr Lächeln ist bezaubernd. Und vielsagend.
Danke, Marco!
E N D E
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Geschichten zu schreiben ist für mich ein Weg, in andere Leben, andere Zeiten, andere Orte abzutauchen. Nebenbei kann man Persönlichkeiten erschaffen und ihr Schicksal lenken. Ich kann mir kein schöneres Hobby vorstellen!
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RE: Action: Freundschaftsdienst
in Archiv 28.05.2025 14:20von Gini • Federlibelle | 2.726 Beiträge | 6249 Punkte
@Bree das war Action. Hast du sehr gut gemacht. Ich habe direkt mit gefiebert.
War auch nicht so rasant, dass man Schnappatmung beim Lesen kriegen musste.
Action, hast du glaube ich, noch nie geschrieben.
Zitat von Bree im Beitrag #1
Rechts von mir ertönt ein Schuss. Er klingt anders als die vorigen.
Können Schüsse unterschiedlich klingen? Aber da hab ich keine Ahnung. Vor allem, dass Stefano
das in seinem Stress überhaupt unterscheiden kann. Aber super gemacht.
Gedanken sind nicht stets parat, Man schreibt auch, wenn man keine hat.
Wilhelm Busch (1832-1908)
RE: Action: Freundschaftsdienst
in Archiv 28.05.2025 15:45von Zivilfahndung • Federlibelle | 954 Beiträge | 11472 Punkte
Hallo @Bree
Einige Zeit fühlte ich mich doch etwas allein mit meiner Stuntszene - aber dann kam von Dir eine hinzu!
Bei ihr ist die Bedrohung spürbar mit den Schüssen und der Flucht über das ihm unbekannte, sich als sehr groß erweisende Gelände. Anfangs geht das noch „gut“ trotz 1:2-Unterzahl, bis es zur Steigerung kommt, dem Treffer und als es zum nicht eben niedrigen Zaun geht
„Eine Kugel zieht dicht an meinem Ohr vorbei.“ - wie fühlt sich das an? Ich les so Formulierungen öfter, beschrieben hat es mir noch keiner
Der Böse wirkt auf mich ein wenig klischeehaft, aber es ist eben nicht unrealistisch. Schon dort macht sich Spannung breit durch die Situation, dass er wirklich eine böse Ausstrahlung besitzt, plus die zwei fiesen Handlanger dazu
Bei dem Versuch, das Auskleiden wegen der Verkabelung zu umgehen, musste ich trotz der bedrohlichen Lage sogar schmunzeln
Ende gut, alles gut (Entkommen und Verhaftung)
Viele Grüße,
Christian
RE: Action: Freundschaftsdienst
in Archiv 29.05.2025 12:20von Bree • Federlibelle | 6.317 Beiträge | 28191 Punkte
Liebe @Gini
lieber @Zivilfahndung
danke fürs Lesen meiner Actionstory und euer aufschlussreiches Feedback:
Zitat von Gini im Beitrag #2
Action, hast du glaube ich, noch nie geschrieben.
Solche Storys vielleicht nicht, aber Szenen durchaus. Denk nur an den Showdown der Friedhofsvilla: Die Jagd über den Friedhof, die Rettung vom brennenden Dachboden ...
Zitat von Gini im Beitrag #2
Können Schüsse unterschiedlich klingen?
Da es ja viele unterschiedliche Waffen gibt, kann ich nicht glauben, dass sich alle gleich anhören. Eine knallt vielleicht lauter als die andere oder der Ton klingt höher. Aber ich könnte das in dieser Geschichte noch spezifizieren. Danke für den Hinweis!
Zitat
„Eine Kugel zieht dicht an meinem Ohr vorbei.“ - wie fühlt sich das an? Ich les so Formulierungen öfter, beschrieben hat es mir noch keiner
Vermutlich, weil die wenigsten es erlebt haben dürften.
Auch hier könnte ich besser beschreiben, danke. Ich stelle mir vor, dass man einen Luftzug wahrnimmt, vielleicht ein zischendes Geräusch - und dann findet die Kugel ein Ziel und es wird einem klar, was der Grund für Luftzug und Geräusch war.
Zitat von Zivilfahndung im Beitrag #3
Bei dem Versuch, das Auskleiden wegen der Verkabelung zu umgehen, musste ich trotz der bedrohlichen Lage sogar schmunzeln
Bei der Neigung zu Hitzepickeln? Den Teil finde ich auch ganz witzig.

LG
Bree
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RE: Action: Freundschaftsdienst
in Archiv 30.05.2025 08:26von Sturmruhe • Federlibelle | 3.144 Beiträge | 16876 Punkte
Liebe @Bree,
deiner Geschichte bin ich von Anfang bis Ende mit Spannung gefolgt, die wilde Jagd über das Gelände, mit Hakenschlagen, um die Ohren pfeifenden Kugeln, Schussverletzung und Rettung in letzter Sekunde!
Dass er verkabelt war, hatte ich gar nicht auf dem Schirm, bis es offensichtlich wurde. Ich stand echt auf dem Schlauch, wieso die Typen unbedingt wollten, dass er eine Runde schwimmen sollte. Ich dachte, sie wollten ihn dort ersäufen oder zumindest ein bisschen foltern. Gut gemacht, in die Irre geführt!
Beim Ausziehen seines Hemdes habe ich eine Erbse entdeckt, meine ich jedenfalls:
Zitat
und beginne ganz langsam, mein Hemd aufzuknöpfen, das im Achselbereich dunkle Ringe aufweist.
Ich denke, er wird die dunklen Ringe unter den Achseln nicht selber sehen. Du könntest sagen, dass es vermutlich dunkle Ringe aufweist. Er weiß ja, dass er durchgeschwitzt ist.
Die Sache mit den unterschiedlich knallenden Waffen erscheint mir logisch und ich habe mal irgendwo gelesen, dass man tatsächlich etwas spürt, wenn eine Kugel dicht am Ohr vorbeizieht. Ob es ein Windhauch ist oder was auch immer, erinnere ich mich nicht mehr. Aber selbst wenn nicht, es ist auf jeden Fall dramaturgisch clever, solche Kleinigkeiten einzubauen, das fesselt die Leser. Es muss nicht immer alles eins zu eins stimmen, ist ja kein Sachbuch.
Gern gelesen, viel Glück mit der Geschichte beim Wettbewerb!
Liebe Grüße
Marion
„Wir sind das, was wir wiederholt tun. Vorzüglichkeit ist daher keine Handlung, sondern eine Gewohnheit.“
Aristoteles
RE: Action: Freundschaftsdienst
in Archiv 30.05.2025 09:30von Sturmruhe • Federlibelle | 3.144 Beiträge | 16876 Punkte
@Bree
Ich konnte es mir nicht verkneifen und habe gegoogelt, ob und wie man wahrnehmen kann, wenn eine Kugel am Ohr vorbeizieht. Hier die Antwort:
"Ja, in der Regel kann man spüren, wenn eine Kugel am Ohr vorbeizieht. Die Ohrmuschel ist empfindlich und kann durch die Luftströmung und den Druck der vorbeiziehenden Kugel ein Gefühl wahrnehmen.
Erläuterung:
Sensorische Wahrnehmung: Die Haut der Ohrmuschel ist mit Rezeptoren ausgestattet, die Druckänderungen und Bewegungen wahrnehmen können.
Luftströmung: Die Bewegung der Kugel erzeugt eine Luftströmung, die die Ohrmuschel berührt und die Rezeptoren stimuliert.
Druck: Die Kugel kann auch direkt Druck auf die Ohrmuschel ausüben, was ebenfalls zu einem Gefühl führen kann. Individuelle Wahrnehmung: Die Stärke der Wahrnehmung kann von Person zu Person variieren, abhängig von Faktoren wie der Geschwindigkeit der Kugel, der Größe der Ohrmuschel und der individuellen Sensibilität.
Beispiel: Wenn eine Kugel mit hoher Geschwindigkeit am Ohr vorbeizieht, kann man ein starkes Gefühl von Wind und Druck wahrnehmen. Bei langsameren Bewegungen kann das Gefühl sanfter sein."
So, und nun auch noch die Sache mit dem Knalleffekt:
Ja, Waffen knallen unterschiedlich. Dies ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen, wie die Art der Munition,
die Bauart der Waffe und die Präsenz eines Schalldämpfers. Es gibt auch zwei grundlegende Knallarten: der Mündungsknall
und der Geschossknall.
Macht für mich durchaus Sinn.
LG Marion
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Aristoteles
RE: Action: Freundschaftsdienst
in Archiv 30.05.2025 12:41von Bree • Federlibelle | 6.317 Beiträge | 28191 Punkte
Liebe @Sturmruhe
danke fürs Googeln! Ich bin einfach davon ausgegangen, dass unterschiedliche Waffen auch unterschiedlich klingen, und dass man spüren kann, wenn einem eine Kugel im wahrsten Sinne des Wortes um die Ohren fliegt. Dass ich mit diesen Annahmen richtig lang, freut mich natürlich!
Zitat von Sturmruhe im Beitrag #5
Dass er verkabelt war, hatte ich gar nicht auf dem Schirm, bis es offensichtlich wurde. Ich stand echt auf dem Schlauch, wieso die Typen unbedingt wollten, dass er eine Runde schwimmen sollte. Ich dachte, sie wollten ihn dort ersäufen oder zumindest ein bisschen foltern. Gut gemacht, in die Irre geführt!
Das war das Ziel, danke! Seit ich vor der Veröffentlichung von "Höllisch heiß" von den Verlagsleuten von Boyens den Tipp erhielt, nicht alles sofort, sondern möglichst spät aufzuklären und so die Spannung zu erhöhen, versuche ich, mich daran zu halten. Wie man sieht, geht das auch im Kleinen.
Zitat von Sturmruhe im Beitrag #5
Ich denke, er wird die dunklen Ringe unter den Achseln nicht selber sehen. Du könntest sagen, dass es vermutlich dunkle Ringe aufweist. Er weiß ja, dass er durchgeschwitzt ist.
Einerseits hast du recht, andererseits senkt man üblicherweise den Blick, wenn man sein Hemd oder seine Bluse aufknöpft, und könnte - vorausgesetzt, die Flecken sind groß genug - aus dem Augenwinkel durchaus bemerken, dass der Stoff sich dunkel verfärbt hat.
In diesem Sinne könnte ich das noch besser darstellen. Oder aber deinen Tipp umsetzen. Also: Danke!
Zitat von Sturmruhe im Beitrag #5
deiner Geschichte bin ich von Anfang bis Ende mit Spannung gefolgt,
Das freut mich sehr, vielen Dank!!
LG
Bree
LG
Bree
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RE: Action: Freundschaftsdienst
in Archiv 06.06.2025 20:35von Anka • Federlibelle | 878 Beiträge | 4048 Punkte
Liebe @Bree,
na das nenne ich Action. War schon spannend, bevor es zu dieser Verfolgungsjagd kam. Das Mafia-Milieu hast du gut hinbekommen, ich hatte richtig den Film dazu vor Augen. Ich hätte nie gedacht, dass es Stefano (Stefan) gelingt, diese Situation zu überleben! Und dann noch mit Hilfe einer so hübschen Lady. Klasse!
Geschichten schreiben ist wie zaubern!
www.writeandride.de
RE: Action: Freundschaftsdienst
in Archiv 07.06.2025 11:36von Bree • Federlibelle | 6.317 Beiträge | 28191 Punkte
Vielen Dank, liebe @Anka
ich habe diese Story am Donnerstag in der Lesebühne vorgelesen, sie kam auch gut an, aber der liebe @Alexander Bär (den ich so vielleicht mal wieder zu uns auf die Wiese locke
) wies mich auf einen Logikfehler hin, den ich aber in einen Spoiler stelle:
Gut möglich, dass ich die Story bei Gelegenheit überarbeite, da werde ich mir in dieser Hinsicht etwas anderes überlegen (müssen).
Logikfehler machen mich kribbelig, die müssen weg!
Es freut mich aber, dass ich dich gut unterhalten konnte mit meinem Ausflug ins Mafia-Milieu!
LG
Bree
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RE: Action: Freundschaftsdienst
in Archiv 07.06.2025 13:09von Sturmruhe • Federlibelle | 3.144 Beiträge | 16876 Punkte
Zitat
Logikfehler machen mich kribbelig, die müssen weg!
Das kann ich gut verstehen, mir geht es genauso! Wenn ich meine Texte überarbeite, fahnde ich immer drei-, viermal und öfter nach Logikfehlern - über die ärgere ich mich immer am meisten, wenn sie mit erst nach mehrmaligem Fahnden auffallen oder ich gar später darauf gestoßen werde! Aber deiner ist uns auch nicht aufgefallen und der lässt sich auch ganz leicht beheben! Dann muss er halt mit Zeichensprache arbeiten, die hört man nicht.
LG Marion
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RE: Action: Freundschaftsdienst
in Archiv 07.06.2025 13:33von Zivilfahndung • Federlibelle | 954 Beiträge | 11472 Punkte
Der Hinweis hinter dem Spoiler war mir nicht aufgefallen, @Bree
Der Bösewicht könnte wie von @Sturmruhe vorgeschlagen seinen Handlangern per Handbewegung gestikulieren, was sie tun sollen, und der Betroffene die Zeichen für die Lesenden interpretieren
Viele Grüße,
Christian
RE: Action: Freundschaftsdienst
in Archiv 07.06.2025 14:04von Bree • Federlibelle | 6.317 Beiträge | 28191 Punkte
Zitat von Sturmruhe im Beitrag #10
Dann muss er halt mit Zeichensprache arbeiten, die hört man nicht.
Klar, das ginge. Aber die Krux ist, dass der Ausruf ja zu seiner Verhaftung führt. Anstiftung zum Mord. Und Don Collini hinter Gitter zu bringen war ja Stefans Ziel. Wenn die Polizei ihn also nicht hört, kann sie ihn auch nicht festnehmen.
Stefans Zeugenaussage würde ein windiger Mafia-Anwalt garantiert in der Luft zerreißen und Don Collini wäre wieder frei - was er sicherlich dazu nützen würde, um Stefan endgültig zum Schweigen zu bringen ...
Ich bin schon wieder im Roman-Plot-Modus. Hilfe!!
LG
Bree
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RE: Action: Freundschaftsdienst
in Archiv 07.06.2025 14:42von Sturmruhe • Federlibelle | 3.144 Beiträge | 16876 Punkte
Zitat
Klar, das ginge. Aber die Krux ist, dass der Ausruf ja zu seiner Verhaftung führt. Anstiftung zum Mord. Und Don Collini hinter Gitter zu bringen war ja Stefans Ziel. Wenn die Polizei ihn also nicht hört, kann sie ihn auch nicht festnehmen.Stefans Zeugenaussage würde ein windiger Mafia-Anwalt garantiert in der Luft zerreißen und Don Collini wäre wieder frei - was er sicherlich dazu nützen würde, um Stefan endgültig zum Schweigen zu bringen ...Ich bin schon wieder im Roman-Plot-Modus. Hilfe!!
Stimmt. Du könntest natürlich das Ende der Realität entsprechend ein wenig modifizieren, denn ganz häufig können sich die strippenziehenden Mafiabosse einer Verhaftung entziehen, indem sie selber keine nachweisbaren Ordern ausgeben und oft sogar als Familienväter mit äußerlich weißer Weste auftreten. Allerdings können seine Männer fürs Schmutzige festgenommen werden, die haben nachweisbar auf Stefano geschossen. Ein Teilerfolg, und schon ist Raum für eine weitere Folge, in der versucht werden kann, ihn dieses Mal persönlich zu überführen. Und er muss sich erstmal ein paar neue Vertrauenskiller aufbauen, die so spuren, wie die Verhafteten. Für den Moment herrscht Unsicherheit. Für die Polizei eine Chance. Sie können versuchen, einen V-Mann einzuschleusen.
Was den Fall oben betrifft - da fällt mir nichts ein, was den Boss überführen könnte, ohne dass er den Tötungsbefehl hörbar ausspricht. Das heißt, Stefano könnte nicht nur verkabelt sein, sondern auch eine Spezialbrille oder Sonnenbrille tragen, die alles überträgt und in einer Cloud aufzeichnet, was sich abspielt. Dann können die Beobachter am anderen Ende auch per Zeichensprache gegebene Befehle deuten und nachweisen. Der Boss kann ihm die Kabel abreißen, aber er wird nicht unbedingt auf die Idee kommen, dass er vorsichtshalber doppelt "verkabelt" ist.
LG Marion
„Wir sind das, was wir wiederholt tun. Vorzüglichkeit ist daher keine Handlung, sondern eine Gewohnheit.“
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RE: Action: Freundschaftsdienst
in Archiv 08.06.2025 13:08von Alexander Bär • Forums-Schmetterling | 94 Beiträge | 431 Punkte
Na, da hat dein Lockmittel ja funktioniert @Bree ;)
Spontane Idee: gibt es die moderne Technik her, jemanden unbemerkt zu verkabeln? So dass weder Stefano, noch Don Camillo, äh, Collini die Überwachung bemerken würde? A la: "setz dir doch noch diese Mütze auf, bevor du da rein gehst, damit du keinen Sonnenstich bekommst". Oder die ganze Szenerie per Drohne, Richtmikrofon, etc. aufzuzeichnen?
LIebe Grüße
Alex
RE: Action: Freundschaftsdienst
in Archiv 18.06.2025 21:18von Jana88 • Federlibelle | 792 Beiträge | 1835 Punkte
Puh, das war aber knapp. Richtig atemlos bin ich geworden.
So Mafia-Geschichten sind eigentlich nicht meins, aber es war richtig rasant geschrieben und ich wollte, dass er irgendwie gerettet wird. Wie gut, dass es geklappt hat.
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Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut wird, ist es noch nicht das Ende *Oscar Wilde

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