#1

Taxi - Zuhause

in Archiv 17.05.2025 12:59
von Gini • Federlibelle | 2.726 Beiträge | 6249 Punkte

Zuhause

„Bitte, bringen Sie mich sofort nach Hause.“

Der alte Herr riss die Tür von meinem Taxi auf und ließ sich regelrecht reinplumpsen.
Der hat mir grad noch gefehlt, dachte ich. Er roch, als hätte der Alte sich tagelang nicht geduscht, geschweige denn die Zähne geputzt, so belegt waren sie. Von seinen Klamotten ging ein muffiger Geruch aus, als hätten sie jahrelang im Keller oder auf dem Dachboden ihr Dasein gefristet. Seine einst wahrscheinlich graue Hose hätte schon allein laufen können, dreckig und speckig wie sie aussah. Eigentlich wollte ich jetzt Feierabend machen. Martina wartete bestimmt schon auf mich, wir hatten heute Abend ein ernstes Thema zu besprechen. Es musste eine Lösung für meinen Vater gefunden werden. Er konnte nicht mehr allein in seinem großen Haus leben.

Seufzend drehte ich mich zu dem Fahrgast um. Ich konnte ihn nicht einfach auf die Straße setzen.
Schon gar nicht in seinem hohen Alter. Man war schließlich kein Unmensch.

„Wohin darf ich Sie denn bringen?“
„Na, nach Hause eben. Wohin denn sonst?“
Hier war wohl Geduld gefragt. Reiß dich zusammen und zähl ganz ruhig bis zehn, das war schon immer meine Devise bei schwierigen Fahrgästen.
„Junger Mann,“ meinte ich scherzhaft, „ich brauche bitte eine Adresse.“
„Na, Gärtnergasse 23. Da wohne ich.“
Warum nicht gleich so, dachte ich. Das war nicht weit von meinem Standort weg.
Dann habe ich doch noch eine Chance pünktlich zu Hause zu sein, um mit meiner Frau zu reden umanschließend den Abend gemütlich ausklingen zu lassen. Die Straßen waren sehr voll um diese Zeit.
Alle wollten ihren Feierabend genießen und schnell nach Hause. Genau wie ich.
Ich schaute in den Rückspiegel um zu gucken, ob alles okay war bei meinem Fahrgast.

„Ist alles in Ordnung bei Ihnen? Wir sind gleich da.“
Ich versuchte, etwas Konversation zu machen, erhielt aber keine Resonanz.
Vielleicht hörte er auch nicht mehr so gut. Ich schätzte sein Alter auf über neunzig. Als wir zu der von ihm angegeben Adresse kamen, blickte ich auf ein hohes Gebäude, welches fast nur aus Glas bestand. Hauptsächlich waren dort bestimmt Büroräume untergebracht. Mir kam die Adresse von vornherein schon etwas suspekt vor. Dann fiel mir ein, dass schon einmal einen jungen Mann im Businessanzug dorthin gebracht habe. Er wollte damals möglichst schnell in sein Büro.

Ich drehte mich zu dem Herrn um. Da stimmte wohl etwas nicht.
„Gucken Sie mal bitte, Ihre Adresse kann nicht richtig sein. Hier ist ein Bürogebäude.“
Der alte Mann guckte an dem Riesenturm hoch.
„Dann hat jemand unser Haus einfach abgerissen und ein anderes hingebaut.“
Ich konnte ihm seine Verzweiflung im Gesicht ansehen. Seine Mundwinkel hingen runter und es sah fast danach aus, als würde er gleich in Tränen ausbrechen. Das würde mir jetzt auch noch fehlen.

Was sollte ich jetzt bloß machen. Vielleicht war er verwirrt und wusste seine Adresse nicht mehr,
oder war es etwa ein abgekartetes Spiel und man wollte mich entführen? Dann hatte es der alte Herr geschickt angestellt so auf die Mitleidstour. Wilde Gedanken kreisten in meinem Kopf, welche sehr abenteuerlich waren, sah ich ein. Ich guckte zu gerne Krimis. Ich schaute verstohlen in den Rückspiegel. Er sah aber absolut nicht wie ein Ganove aus. Jetzt war es wohl an mir einen kühlen Kopf zu bewahren.

Ich könnte mit ihm zur Polizei fahren, die hätten bestimmt eine Lösung. Aber durfte ich das machen? Einen Fremden Fahrgast den Beamten so einfach übergeben?
Wenn er doch bloß reden würde. Mein Herzschlag beschleunigte sich und meine Hände umklammerten schweißnass das Lenkrad. Ich wurde zunehmend nervös.
„Ich will doch nur nach Hause“, hörte ich von hinten seine zittrige Stimme.
Die Situation wurde immer brisanter. Ich wusste nicht, was ich darauf sagen sollte.
Ich gebe das Taxifahren auf und such mir einen anderen Job“, murmelte ich leise. Meine Nerven halten so eine Situation nicht mehr aus, dachte ich. Ich wischte den Gedanken aber schnell wieder zur Seite.
Dafür liebte ich meinen Job viel zu sehr. Aber in dieser Situation grade, war der Gedanke ein tröstlicher Freund.

In diesem Moment rauschte es in meinem Funkgerät. Die Stimme aus unserer Zentrale war zu hören.

"Bist du noch lange unterwegs Kurt? Ich habe jemand, den du eventuell auf dem Rückweg abholen könntest. Wo fährst du jetzt hin?“
Gute Frage, wenn ich das wüsste. Ich drückte den Knopf, um zu antworten.
„Kann ich zurzeit noch nicht sagen.“

War unbefriedigend für die Zentrale, aber entsprach nun mal der Wahrheit. Ich wollte nicht, dass mein Fahrgast etwas aufschnappte. Deswegen drückte ich mich so vorsichtig aus.
Und dann fiel mir plötzlich etwas ein. Vielleicht war er vielleicht dement? So etwas gab es nicht so selten. Mein Vater war leider auch davon betroffen. Deswegen durfte er nicht mehr allein zu Hause leben.
Das warauch der Grund, warum ich schnell Feierabend machen wollte. Meine Frau und ich wollten heute Abend darüber beratschlagen. Wir hatten aus diesem Grund auch schon einmal eine Beratungsstelle aufgesucht, um uns Tipps für den Umgang mit ihm einzuholen. Warum war ich nicht gleich darauf gekommen. Mein Vater war zwar noch nicht ganz so weit in seiner Demenz, aber man musste vorbeugen. Ich war froh, dass mir das jetzt eingefallen war. Mir kam eine Idee. Ein Versuch war es wert.

„Zu Hause wissen alle Bescheid, dass Sie heute eine kleine Tour mit mir machen, und das war in Ordnung für Ihre Lieben.“
Die Dame hatte es uns damals so erklärt, dass demenziell Erkrankte, wenn sie sagen, dass sie nach Hause wollen, nur aus der Situation raus möchten, in der sie sich mit der Krankheit befinden. Es geht speziell gar nicht um ihr Zuhause. Der Zustand, der sie so traurig macht, würden sie leider immer unter ihren Fußsohlen mitnehmen, egal wohin. Deswegen gab es keinen Ort, wo sie sich geborgen fühlen konnten.
Ich hielt die Luft an und wartete auf seine Reaktion. Entweder würde er mich zurechtweisen, was ich für ein Unsinn erzähle, oder ich hätte ins Schwarze getroffen.

„Ja wirklich?“, sagte er und sah ganz erleichtert aus. „Dann ist ja alles gut“.
Beruhigt lehnte sich der alte Herr zurück. Bingo dachte ich. Situation gerettet, erst einmal zumindest.

Mir fiel tatsächlich eine Last vom Herzen. Ich hatte also recht mit meiner Annahme gehabt. In Gedanken klopfte ich mir auf die Schulter. Als Taxifahrer musste man auch ein wenig psychologische Fähigkeiten haben. Die Leute vertrauten einem manchmal ihre ganze Lebensgeschichte an.
Jetzt musste ich aber weiterhin überlegen, was ich als Nächstes tun wollte. Also vielleicht doch zur Polizei? Bestimmt wurde er schon irgendwo schmerzlich vermisst. In diesem Moment kam eine Meldung im Radio. Es war eine Suchmeldung. Ich drehte schnell lauter, damit ich nichts verpasste.

Herr Altkirch wird vermisst. Er ist vor drei Tagen aus der Seniorendemenz WG Rosengarten verschwunden. Herr Altkirch ist dement und sehr hilflos. Hinweise an die Polizeidienststelle …


Jetzt wurde mir einiges klar. Ich hielt an der nächsten Gelegenheit an, um mich zu dem alten Herrn auf den Rücksitz zu setzen. Ganz sanft strich ich ihm über die Schulter.

„Bleiben Sie ganz ruhig Herr Altkirch“, Ich konnte ihn jetzt mit Namen ansprechen. „Ich bringe Sie jetzt nach Hause. Sie werden schon vermisst.“
Tränen liefen ihm über seine faltigen Wangen. In seinen Augen konnte ich sehen, wie dankbar und erleichtert über meine Worte war. Ich nahm seine Hand in meine und hielt sie eine Weile. Auch mir kamen jetzt fast die Tränen, so gerührt und voller Mitleid mit dem alten Mann war ich Meine Gedanken gingen spontan zu meinem Vater. Ich sollte schnellsten mit meiner Frau gemeinsam eine Möglichkeit für ihn finden, wo er wohnen kann und es schön hat. Die Adresse der Residenz Rosengarten war mir bekannt. Meine Frau und ich hatten schon geplant, dass wir uns die Einrichtung einmal anschauen wollten.
Als wir bei der Seniorenresidenz ankamen, half ich Herrn Altkirch aus dem Auto. Es kam uns eine junge Pflegerin entgegen. Sie arbeitete hier. Wahrscheinlich hatte sie uns schon vom Fenster ausgesehen.
Ihre Kleidung bestand aus einem hellblauen Kaftan mit einer weißen Hose.
Durch die gläserne Tür sah ich noch andere Pfleger, die die gleiche Montur trugen. Liebevoll nahm sie mir den alten Herrn ab.

„Herr Altkirch, wo waren Sie denn so lange? Wir haben Sie schon so doll vermisst.“
„Ich habe Hunger“, sagte er und wir mussten beide darüber schmunzeln.
Das Leben könnte so einfach sein, dachte ich.
Ein Strahlen ging über Herrn Altkirchs Gesicht. Er wirkte völlig zufrieden und ließ sich von der Pflegerin ins Haus führen. Sie drehte sich noch einmal zu mir um.
„Ganz lieben Dank, dass Sie unseren Herrn Altkirch hergebracht haben. Wir haben vor dem Eingang eigentlich eine Matte, die klingelt, wenn jemand entwischen möchte. Aber die funktionierte vor ein paar Tagen nicht und da muss er uns abhandengekommen sein. Die Polizei sucht ihn schon auf Hochtouren. Ich muss gleich Bescheid geben, dass unser lieber Herr Altkirch wieder bei uns ist.“
Wir verabschiedeten uns und ich fuhr mit einem guten Gefühl nach Hause. Es war schön, wenn man helfen konnte. Auf einmal war mein Beruf genau das, was ich liebte und nie mehr missen wollte. Ich würde es jetzt gezielt angehen, mit meiner Frau zusammen eine Lösung für meinen Vater zu finden. Man wusste nie, was alles noch kommen würde.


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Wilhelm Busch (1832-1908)
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#2

RE: Taxi - Zuhause

in Archiv 17.05.2025 13:22
von Bree • Federlibelle | 6.317 Beiträge | 28187 Punkte

Liebe @Gini

dein Taxifahrer hat viel Fingerspitzengefühl bewiesen. Wie gut, dass die entsprechende Nachricht im Radio kam, so dass er wusste, wo er den alten Herrn hinbringen musste. Das Thema Demenz, mit dem du dich ja (wie auch hier wieder deutlich wird) sehr gut auskennst, betrifft so viele Menschen. Daher wirkt die Story authentisch und real.

Diesen einen Gedankengang konnte ich nicht so ganz nachvollziehen:

Zitat von Gini im Beitrag #1
oder war es etwa ein abgekartetes Spiel und man wollte mich entführen?

Das erscheint mir doch etwas sehr weit hergeholt. Und warum sollte jemand einen Taxifahrer auf derart seltsame Weise entführen?
Mit dem Hinweis darauf, dass er zu viele Krimis sieht, lässt sich diese Überlegung zwar ein bisschen erklären, aber falls du den Text noch einmal nutzen willst, würde ich das trotzdem streichen.

Zitat von Gini im Beitrag #1
Als Taxifahrer musste man auch ein wenig psychologische Fähigkeiten haben. Die Leute vertrauten einem manchmal ihre ganze Lebensgeschichte an.

Das stimmt sicher! Schon deshalb fand ich die Idee für den Wettbewerb gut. Es gibt so viele Möglichkeiten, was bei einer solchen Fahrt passieren kann. Deine Geschichte ist ein gutes Beispiel dafür.

Ich bin sicher, für den Vater findet sich ein schönes Plätzchen - vielleicht sogar dort, wo der alte Mann wohnt.

Wie üblich hast du deine Geschichte mit viel Einfühlungsvermögen erzählt. Ich habe sie sehr gern gelesen und wünsche dir für den Wettbewerb viel Glück!


LG
Bree


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Geschichten zu schreiben ist für mich ein Weg, in andere Leben, andere Zeiten, andere Orte abzutauchen. Nebenbei kann man Persönlichkeiten erschaffen und ihr Schicksal lenken. Ich kann mir kein schöneres Hobby vorstellen!


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#3

RE: Taxi - Zuhause

in Archiv 17.05.2025 14:23
von Gini • Federlibelle | 2.726 Beiträge | 6249 Punkte

@Bree danke für dein Feedback. Es ist einfach mein Thema. Ich hab zur Zeit eine häusliche Betreuung, bei
Egon, 89 Jahre. Er will mir mir immer Mensch Ärgere dich nicht spielen. Unfassbar, was er für Spielregeln aufstellt.
Aber Hauptsache er hat Spaß.

Zitat von Bree im Beitrag #2

Diesen einen Gedankengang konnte ich nicht so ganz nachvollziehen:
Zitat von Gini im Beitrag #1
oder war es etwa ein abgekartetes Spiel und man wollte mich entführen?


Da bin ich wohl von mir ausgegangen. Du glaubst nicht, was man alles für abstruse Gedanken haben kann.
Aber danke für den Hinweis.


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#4

RE: Taxi - Zuhause

in Archiv 18.05.2025 08:36
von Sturmruhe • Federlibelle | 3.144 Beiträge | 16876 Punkte

Liebe @Gini,

man merkt, dass du dich mit diesem Thema auskennst und dass dein Herz daran hängt, Menschen zu helfen. Das spiegelt sich im Verhalten des Taxifahrers wider, der zunächst zwar genervt ist, weil er nach Hause will, aber dann siegt die Menschlichkeit und er liefert den alten Mann "zu Hause" ab.

Was diesen Gedankengang betrifft,

Zitat
oder war es etwa ein abgekartetes Spiel und man wollte mich entführen?


stimme ich mit @Bree überein - den Satz würde ich weglassen, falls du die Geschichte noch anderweitig nutzen willst. Wer eine Entführung des Taxifahrers plant (mit welchem Motiv?), würde vermutlich nicht gerade einen alten, demenzkranken Mann als Gehilfen auswählen, der hinten im Taxi sitzt und jammert.

Ansonsten aber habe ich deine Geschichte gerne gelesen und ein bisschen Pipi in den Augen hatte ich am Ende auch.

Viel Glück und Erfolg beim Wettbewerb!

Liebe Grüße
Marion


„Wir sind das, was wir wiederholt tun. Vorzüglichkeit ist daher keine Handlung, sondern eine Gewohnheit.“
Aristoteles

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#5

RE: Taxi - Zuhause

in Archiv 18.05.2025 08:58
von Gini • Federlibelle | 2.726 Beiträge | 6249 Punkte

@Sturmruhe
Danke für dein Feedback. Der Taxifahrer wusste zu dem Zeitpunkt ja nicht, dass der alte Herr dementiell erkrankt ist.
Aber alles gut. Ich werde den Satz rausnehmen. Aber die Geschichte brauche ich ja später nicht mehr.


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#6

RE: Taxi - Zuhause

in Archiv 20.05.2025 21:16
von Jana88 • Federlibelle | 792 Beiträge | 1835 Punkte

Was für ein toller Taxifahrer. Da hofft man doch, dass man an so einen gerät, wenn man mal Hilfe braucht.

Ich finde, du hast viel Wissenswertes über Demenz eingebracht, das hat mir gut gefallen.

Er hatte Glück, dass das wirklich Herr Altkirch war. So eine Situation ist ja echt nicht so einfach, wenn man nicht weiß, wo der Herr hingehört.

Ich finde es einen sehr schönen, gefühlvollen Text. Vielen Dank dafür.


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Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut wird, ist es noch nicht das Ende *Oscar Wilde
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#7

RE: Taxi - Zuhause

in Archiv 20.05.2025 21:35
von johanna • Federlibelle | 979 Beiträge | 4589 Punkte

eine sehr gute Reaktion und Kombinationsgabe vom Taxifahrer. Gern gelesen. (Mit Pipi in den Augen)


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#8

RE: Taxi - Zuhause

in Archiv 21.05.2025 13:50
von Gini • Federlibelle | 2.726 Beiträge | 6249 Punkte

@Jana88 @johanna
Danke für euer liebes Feedback.

Zitat von Jana88 im Beitrag #6
Er hatte Glück, dass das wirklich Herr Altkirch war.

Das lag für den Taxifahrer auf der Hand. Aber klar, es hätte nat6ürlich auch jemand anders sein können.
Manchmal ist so etwas reine Intuition.


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#9

RE: Taxi - Zuhause

in Archiv 28.05.2025 08:49
von Zivilfahndung • Federlibelle | 954 Beiträge | 11472 Punkte

Hallo @Gini

Eine rührende Geschichte!

Die Beschreibung des Gastes am Anfang war mir im ersten Moment etwas zu auffällig, weil ich sehr schnell in die Richtung dachte, in die es ging. Nicht mit jedem Detail (z.B. dass schon mehrere Tage vermisst wird) - und ich denke, das ist bei mir beruflich begründet. Egal wo, es gab immer ältere Menschen, die selten bis gar keine Hilfe zuließen und dementsprechend aussahen, dass wir als Personal Sorge hatten, Fremde würden denken, wir pflegten diese Menschen nicht, z.B. aus Zeitmangel. Trotzdem können solch Menschen ebenso zu Hause wohnen (keine Angehörigen, die Nachbarschaft achtet nicht darauf)

Theoretisch ist in einer Situation wie dieser immer möglich, die Polizei gleich anzurufen, wenn es um eine hilflose / orientierungslose Person geht. Es wird sich auf alle Fälle darum gekümmert. Hier für die fiktive Geschichte kommt diese gewählte Entwicklung (wegen eigenem Vater) natürlich besser, mit dem sensiblen Umgang und dem Abliefern, den von Dir gut eingefangenen Emotionen. Ich merke, dass Dir die Materie nicht unbekannt ist

Die zwischenzeitigen Sorgen (Entführung) fand ich aber etwas overdressed. Ich weiß nicht, ob das als Spannungselement gedacht war? Im Grunde hätte es diese Geschichte nicht nötig, denn ihre Stärken sind anderweitig

Viele Grüße,
Christian


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#10

RE: Taxi - Zuhause

in Archiv 28.05.2025 14:06
von Gini • Federlibelle | 2.726 Beiträge | 6249 Punkte

@Zivilfahndung

Zitat von Zivilfahndung im Beitrag #9
Die Beschreibung des Gastes am Anfang war mir im ersten Moment etwas zu auffällig, weil ich sehr schnell in die Richtung dachte, in die es ging.

Das ist klar, bei deinem Hintergrund.
Zitat von Zivilfahndung im Beitrag #9
Ich merke, dass Dir die Materie nicht unbekannt ist

Das hast du richtig erkannt. Ich arbeite seit 15 Jahren bei der Alzheimergesellschaft Stormarn.
Zitat von Zivilfahndung im Beitrag #9
Die zwischenzeitigen Sorgen (Entführung) fand ich aber etwas overdressed.

Das ging den anderen genauso. Ja, war vielleicht etwas übertrieben.
Ich danke dir für dein ausführliches Feedback.


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#11

RE: Taxi - Zuhause

in Archiv 04.06.2025 09:24
von Anka • Federlibelle | 878 Beiträge | 4048 Punkte

Liebe @Gini,
deine Geschichte hat mich tief berührt. Meine Oma und auch meine Mutter waren dement und ich habe Angst, erblich belastet zu sein. Deshalb versuche ich jeden Tag etwas Schönes zu machen und im Hier und Jetzt zu leben.
Bei der Verwirrtheit des Fahrgastes in Bezug auf die Adresse, seinem Zustand und dem hohen Alter hatte ich schon ein Ahnung, was mit ihm los sein könnte. Das Ende hat mir sehr gefallen, auch dass es ein Erlebnis war, das dem Taxifahrer die schönen Seiten seines Berufes zeigt. Danke für diese Geschichte!


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#12

RE: Taxi - Zuhause

in Archiv 04.06.2025 10:13
von Gini • Federlibelle | 2.726 Beiträge | 6249 Punkte

Liebe @Anka
Danke für dein Feesback. Das glaube ich dir, dass du Angst hast. Es gibt Demenzformen die vererbbar sind. Aber nicht alle. Das kann man doch auch durch Blut cheken lassen.
Sprich doch mal mit einem Arzt.
Vielleicht wärest du dann erleichtert, wenn alles okay ist.


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zuletzt bearbeitet 04.06.2025 10:14 | nach oben springen

#13

RE: Taxi - Zuhause

in Archiv 21.06.2025 15:09
von Yggdrasil • Federlibelle | 1.750 Beiträge | 4498 Punkte

@Gini Eine für den Leser rührende Geschichte, für Betroffene sicher nicht. Man merkt dir deine Wrfahrung an.
Viel Erfolg!


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Gini hat sich bedankt!
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#14

RE: Taxi - Zuhause

in Archiv 22.06.2025 11:49
von Gini • Federlibelle | 2.726 Beiträge | 6249 Punkte

@Yggdrasil danke fürs lesen.
Am schlimmsten ist es für die Angehörigen. Die Betroffenen selber,
sind ab einem gewissenem Stadium ganz in ihrer Welt. Teilweise nicht einmal unglücklich.
Nur, wenn sie merken, dass alles ins Vergessen gerät, ist das Leid groß.


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#15

RE: Taxi - Zuhause

in Archiv 27.06.2025 20:35
von Doro • Federlibelle | 3.303 Beiträge | 13504 Punkte

Liebe @Gini ,

ein sehr emotionaler Text, der einen berührt.

Viel Erfolg beim Wettbewerb.

LG
Doro


Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden. (Mark Twain)
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zuletzt bearbeitet 27.06.2025 20:37 | nach oben springen


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