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Verbrechen: Beste Freundinnen
in Archiv 14.05.2025 11:13von Bree • Federlibelle | 6.317 Beiträge | 28187 Punkte
Beste Freundinnen
Durch die Milchglasscheibe in der Haustür erkenne ich eine schlanke Gestalt mit langen blonden Haaren in einem blauen Kostüm.
Ich öffne überrascht die Tür. „Sylvia! Ist etwas passiert?“
„Das kann man wohl sagen“, eröffnet mir meine Freundin. Dass sie bleich ist wie ein Gespenst hat mir die Milchglasscheibe nicht verraten. „Hallo Viola, hast du vielleicht etwas Zeit?“
„Klar, komm rein. Ich bin hinten im Garten, wir können uns auf die Terrasse setzen. Möchtest du einen Kaffee?“
Sie tritt an mir vorbei ins Haus. „Ein Cognac wäre mir lieber.“
„Oh! Okay, kein Problem.“ Es muss etwas Gravierendes geschehen sein. Sylvia trinkt höchstens mal ein Glas Wein. „Geh doch schon nach draußen, ich hole alles“, schlage ich vor.
Sylvia nickt und verschwindet Richtung Wohnzimmer. Ihre Schultern hängen tief, ihr Gang ist schleppend. Was mag sie so durcheinandergebracht haben?
Als ich mit einer Flasche Cognac, einem Schwenker und einem Latte Macchiato für mich auf die Terrasse trete, zündet Sylvia sich gerade mit zitternden Fingern eine Zigarette an. Noch eine Überraschung für mich. „Seit wann rauchst du denn wieder?“
Sie inhaliert tief und stößt den Rauch aus. „Seit drei Tagen.“
Mitfühlend reiche ich ihr das gefüllte Cognacglas und stelle einen Aschenbecher vor sie hin. Sie stürzt den Cognac in einem Zug hinunter und hält mir das leere Glas hin. „Noch einen, bitte.“
An dem nippt sie nur. Zieht ein weiteres Mal an dem Glimmstängel und lässt sich dann in das geblümte Polster des Gartenstuhls sinken. „Ich bin völlig fertig.“
„Das ist offensichtlich“, stimme ich ihr zu, in meinem Latte rührend. „Und was ist der Grund dafür?“
Sie sieht mich an. „Kilian ist entführt worden.“
Ich halte abrupt inne. „Wie bitte?“
„Du hast schon richtig verstanden.“
„Wann? Von wem?“
„Am Freitagmorgen. Von wem, weiß ich nicht.“ Mit fahrigen Bewegungen schnippt sie die Asche von der Spitze ihrer Zigarette.
Sie hat Ringe unter den Augen, bemerke ich. Vermutlich ist sie die letzten Tage durch die Hölle gegangen. Auch mich erschüttert die Tatsache, dass Kilian gekidnappt wurde.
Die beiden sind seit fast fünfzehn Jahren verheiratet. Sie sind eines dieser Paare, das man immer beneidet. Beide attraktiv, ohne Geldsorgen, und beliebte Mitglieder der sogenannten High Society. Ich kenne Sylvia seit unserer Schulzeit, wir haben zusammen Englisch geschwänzt, Jungs angehimmelt, Partys besucht und schließlich das Abitur gemacht. Die Freundschaft hielt auch danach weiter an. Ich war ihre Trauzeugin und sie meine.
Dank meiner Heirat mit Alexander bin auch in finanziell gut gestellt. Er ist Onkologe. Vor drei Jahren sind wir geschieden worden, aber er zahlt mir einen so großzügigen Unterhalt, dass ich nicht arbeiten muss und trotzdem angenehm leben kann.
Das macht er nicht, weil er mich gut versorgt wissen will, sondern weil es in seinen Augen seinem Ansehen zuträglich ist, wenn er seine Ex so edel unterstützt. Ich danke es ihm dadurch, dass ich sein Geheimnis hüte. Sylvia weiß als Einzige, dass Alexander ein Masochist ist. Ich musste ihn im Schlafzimmer regelmäßig auspeitschen und demütigen. Irgendwann habe ich das nicht mehr ertragen und ihn um die Scheidung gebeten. Er willigte ein, zu den bereits erwähnten Bedingungen. Inzwischen sind wir Freunde, sehen uns aber selten.
Ich brauche einen richtigen Mann an meiner Seite, keinen Jämmerling wie Alex. Blöd nur, dass die meisten guten Männer verheiratet sind.
„Jetzt erzähl mal von Anfang an“, fordere ich Sylvia auf.
Sie atmet tief durch. „Freitag gegen zehn klingelte mein Handy. Eine verzerrte Männerstimme sagte, sie hätten meinen Mann in ihrer Gewalt und wollten zweihunderttausend Euro als Lösegeld.“
„Oh, mein Gott!“, stoße ich hervor. „Was hast du gesagt?“
„Erst einmal gar nichts. Ich sollte nur zuhören. Der Kerl sagte, ich dürfe auf keinen Fall die Polizei informieren. Wenn ich seinen Anweisungen zuwider handeln sollte, würden sie Kilian erschießen.“
Ich schlucke erschrocken, habe Mühe, meine Stimme wiederzufinden. „Wie schrecklich! Was hat er noch gesagt?“
„Ich solle das Geld in eine Baumwolltasche stecken und diese um zwölf Uhr in einem Schließfach am Bahnhof deponieren. Dann teilte er mir noch mit, was ich mit dem Schlüssel machen sollte.“
„Nämlich?“
„Ich sollte ihn mit Klebeband unauffällig an einem Stromkasten befestigen, an der Rückwand.“
„An welchem Stromkasten?“
„Dem an der Haltestelle beim Bahnhof. Dann solle ich in den nächsten Bus steigen und verschwinden.“
„Und? Hast du das getan?“ Meine Hände umklammern den Latte. Er wärmt meine Finger auf, und das ist gut so, denn sie fühlen sich eiskalt an.
Sylvia drückte schweigend ihre Zigarette in dem Aschenbecher aus. „Nein, habe ich nicht.“
Ich richte mich auf. Bin verwirrt. „Nein? Aber wieso nicht?“
Mit gerunzelter Stirn sieht sie mich an. „Weil es schwierig ist, in so kurzer Zeit so viel Geld aufzutreiben.“
„Ach so.“
„Jedenfalls habe ich das dem Mann am Telefon gesagt“, fügt sie leise hinzu.
Ich starre sie an. „Wie meinst du das?“
Eine Weile schweigt sie und starrt blicklos vor sich hin. Dann schaut sie mich eindringlich an und flüstert: „Was ich dir jetzt sage, muss unter uns bleiben, Viola.“
Ich nicke nur stumm.
„Diese Entführung war für mich ein Geschenk des Himmels.“
Mir bleibt die Luft weg. „Was …?“ Ich räuspere mich. „Was willst du damit sagen?“
Sie strafft die Schultern und hält meinem Blick stand. „Es war der perfekte Weg, um Kilian loszuwerden. Also habe ich nicht die Bank, sondern die Polizei angerufen.“
„Das hast du nicht getan!“, rufe ich entsetzt.
„Doch.“
„Aber warum?“ Ich bin fassungslos. Wortwörtlich. Ich kann es einfach nicht fassen.
Sie zündet sich eine weitere Zigarette an. „Ich habe ihm schon seit Jahren den Tod gewünscht. Diesem verfluchten Scheißkerl!“ Wütend stößt sie den Rauch aus. Silberweißer Qualm wabert um ihr hasserfülltes Gesicht.
„Wieso?“, frage ich leise. „Was hat er getan?“
Sie lacht bitter auf. „Was er getan hat? Mich betrogen hat er. Kaum, dass er den Ring am Finger hatte. Mit jeder, die seinen Weg kreuzte. Mit meiner Tennistrainerin, seiner Sekretärin, Kolleginnen, Kundinnen … Sogar mit unserer Haushaltshilfe, die natürlich er engagiert hat. Sie sieht aus wie ein südamerikanisches Supermodel. Und ich naives Schaf habe nichts gemerkt.“
Sie starrt finster auf das glühende Ende ihrer Zigarette.
Ich habe einen Kloß im Hals. „Wie hast du es herausgefunden?“, frage ich.
Sie nimmt noch einen Zug und kippt den Rest des Cognacs. „Vor fünf Jahren habe ich zufällig ein Telefonat meiner Tennistrainerin mitbekommen, seiner damaligen Favoritin. Was sie in ihr Handy hauchte, war unmissverständlich. ‚Ach Kilian, ich bin verrückt nach dir‘“, äfft Sylvia die Trainerin nach. „‘Ja, morgen Abend passt mir hervorragend.‘“
Sie schaut mich an. „Und an jenem Abend hatte Kilian angeblich ein Geschäftsessen. Seitdem habe ich regelmäßig sein Handy überprüft. Er hatte praktisch jeden Monat eine andere.“
Es zuckt um ihre Mundwinkel. „Ich habe diesen Mann geliebt, Viola, das musst du mir glauben. Aber mit jedem weiteren Jahr, in dem er mich hinterging und mit zahllosen anderen Frauen schlief, verwandelte sich meine Liebe Stück für Stück in Verachtung. In Abscheu.“
„Das … das ist schrecklich“, bringe ich mühsam heraus und ergreife ihre freie Hand, während sie wie wild an ihrer Zigarette zieht. „Es tut mir so leid.“
Sie schenkt mir ein winziges dankbares Lächeln, das ihr sichtlich schwerfällt.
„Wie auch immer“, sagt sie, Asche von der Kippe klopfend, „als die Entführer sich wieder meldeten, habe ich sie auf den nächsten Tag vertröstet. Und dann auf Sonntag. Sie wurden ungeduldig und drohten damit, Kilian zunächst in die Kniescheiben zu schießen.“
Ich zucke zusammen. Was für eine grausame Drohung.
„Haben Sie dich mit ihm sprechen lassen?“, wollte ich wissen.
Sylvia schüttelt den Kopf. „Ich habe auch nicht darum gebeten.“
„Was ist dann passiert?“
„Beim nächsten Anruf müssen die Kerle mitbekommen haben, dass die Polizei mithört. Ein verräterisches Klicken in der Leitung oder so, ich bin nicht sicher. Jedenfalls sagten sie mir auf den Kopf zu, dass ich gegen die Vereinbarung verstoßen hätte, und dass mein Mann jetzt fällig sei.“
Ich vergrabe mein Gesicht in den Händen. „Oh, mein Gott“, stöhne ich.
„Dann hörte ich einen lauten Knall“, berichtet Sylvia mit tonloser Stimme. „Und kurz darauf erhielt ich dieses Foto.“ Sie zieht ihr Handy heraus, öffnet eine App und hält es mir hin. Darauf ist Kilian zu sehen. Er liegt am Boden, aus einem Loch in seiner Schläfe tritt Blut.
Ich schluchze unwillkürlich auf, Tränen verschleiern meinen Blick. Rasch wende ich den Kopf zur Seite.
Sylvia legt das Handy auf den Tisch. Ich registriere, dass sie plötzlich ruhiger wirkt, beinahe abgeklärt. „Tja“, sagt sie, „die Polizei konnte die Entführer heute Morgen ermitteln und festnehmen. Kilian ist tot, aber mich trifft keine Schuld. Die Beamten meinten, ich hätte alles richtig gemacht. Dass die Kerle ihre Drohung in die Tat umsetzen würden, hätte man nicht voraussagen können.“
Sie atmet lang aus. „Jedenfalls bin ich jetzt frei. Und vermögend. Wenn du möchtest, lade ich dich auf eine Karibik-Kreuzfahrt ein. Die hatten Kilian und ich für nächsten Monat geplant, und es wäre doch schade, wenn sein Ticket verfällt. Was meinst du?“
Ich kann nur schwach nicken. Sylvia sieht auf die Uhr. „Es tat unheimlich gut, sich all das von der Seele zu reden“, meint sie lächelnd. „Danke, Viola. Das rechne ich dir hoch an. Aber nun muss ich los. Es ist allerhand zu tun, die Beisetzung und so weiter, du verstehst.“
„Natürlich“, krächze ich. „Ich bin immer für dich da, wenn du Hilfe brauchst.“
Wir erheben uns, und Sylvia nimmt mich fest in die Arme. „Du bist die Beste. Aber denk dran, zu niemandem ein Wort!“
„Selbstverständlich nicht.“
Ich bringe sie zur Tür und winke ihr zum Abschied. Dann gehe ich in die Küche, wo mein Handy liegt.
Sylvia hat meinen geliebten Kilian auf dem Gewissen. Den Mann, der mir die aufregendsten Stunden meines Lebens geschenkt hat, mit dem ich alt werden wollte.
Das wird sie büßen!
Mit zusammengepressten Lippen wähle ich die Nummer der Polizei.
ENDE
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Geschichten zu schreiben ist für mich ein Weg, in andere Leben, andere Zeiten, andere Orte abzutauchen. Nebenbei kann man Persönlichkeiten erschaffen und ihr Schicksal lenken. Ich kann mir kein schöneres Hobby vorstellen!
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Alles über meine Bücher & mich findet ihr auf meiner Website: www.brittabendixen.de
RE: Verbrechen: Beste Freundinnen
in Archiv 14.05.2025 14:21von Gini • Federlibelle | 2.726 Beiträge | 6249 Punkte
@Bree Viola ist ein Früchtchen. Sie war also selbst die Geliebte von Kilian?
Da hast du mich kalt erwischt. Das hätte ich nicht gedacht und habe es auch nicht vermutet.
Aber eine Frage. Viola ruft die Polizei an, um Sylvia anzuschwärzen.
Aber was wird sie der Polizei sagen? Sylvia hat nichts unrechtes getan. Sie hat die Polizei über
die Entführung unterrichtet. Das ist ja auch das, was die Polizei immer rät.
Viola kann sagen, dass Sylvia extra nicht das Geld beschafft hat. Was sie aber nicht beweisen kann.
Selbst wenn sie vermögend ist. Das kann man mit allem möglichen entschuldigen. Zu aufgewühlt, oder
man musste erstmal mit dieser Drohung klarkommen und verarbeiten u.s.w. Sie hat ja eigentlich
nichts verkehrt gemacht.
Aber ehrlich, so eine Freundin wie Viola braucht keiner.
Zitat von Bree im Beitrag #1
Dank meiner Heirat mit Alexander bin auch in finanziell gut gestellt.
Ein ich fehlt und ein in ist zuviell.
Gedanken sind nicht stets parat, Man schreibt auch, wenn man keine hat.
Wilhelm Busch (1832-1908)
RE: Verbrechen: Beste Freundinnen
in Archiv 14.05.2025 14:29von -jek • Federlibelle | 1.011 Beiträge | 2776 Punkte
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Wenn du Schreibregeln beherrscht, ist das gut. Wenn sie dich beherrschen, ist das schlecht.
RE: Verbrechen: Beste Freundinnen
in Archiv 15.05.2025 13:04von Bree • Federlibelle | 6.317 Beiträge | 28187 Punkte
Liebe @Gini
lieber @-jek
danke fürs Lesen und eure Rückmeldungen!
Zitat von Gini im Beitrag #2
Da hast du mich kalt erwischt. Das hätte ich nicht gedacht und habe es auch nicht vermutet.
So was liest man doch immer gern, danke!
Zitat von Gini im Beitrag #2
Aber eine Frage. Viola ruft die Polizei an, um Sylvia anzuschwärzen. Aber was wird sie der Polizei sagen? Sylvia hat nichts unrechtes getan.
Sie könnte darauf hinweisen, dass Sylvia ihr gestanden hat, absichtlich gegen die Anweisungen der Entführer zu verstoßen, weil sie ihren Mann loswerden wollte. Das würde die Polizei hellhörig machen. Inwieweit ein solches Handeln 'erlaubt' ist, weiß ich ehrlich gesagt auch nicht. Es ist ja eine Kurzgeschichte mit offenem Ende. Entweder passiert nichts - oder Sylvia wird zur Verantwortung gezogen. Das kann sich der Leser sozusagen aussuchen.
Zitat von Gini im Beitrag #2
Ein ich fehlt und ein in ist zuviell.
Vielen Dank, wird ausgebessert!

Zitat von -jek im Beitrag #3
Sehr schön böse Geschichte, mit Genuss gelesen.
Das freut mich, vielen Dank!!
LG
Bree
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RE: Verbrechen: Beste Freundinnen
in Archiv 17.05.2025 10:32von Sturmruhe • Federlibelle | 3.144 Beiträge | 16876 Punkte
Liebe @Bree,
nicht nur ein böses Weib, sondern gleich zwei! Ich sag's ja, Frauen können sowas von fies und hinterhältig sein! Und diese beiden unterscheiden sich charakterlich eigentlich wenig voneinander, wie es aussieht. Die eine betrügt ihre beste Freundin mit deren Ehemann, plant sogar ein gemeinsames Leben mit ihm.
Seine Ehefrau lässt den umtriebigen entführten Ehegatten am ausgestreckten Arm verhungern (was ich eigentlich sogar gut verstehen kann - ich weiß nicht, ob ich den Kerl ausgelöst hätte!). Das führt zu seinem Tod, aber immerhin hat sie die Polizei eingeschaltet. Klug.
Und dann rennt erstere zur Polizei und petzt, nicht etwa, weil es ihr um Recht und Ordnung geht, sondern um schnöde Rache, weil er ihr heimlicher Liebhaber war. Wie lange er es geblieben wäre, ist allerdings fraglich, wenn man die Vorgeschichte in Betracht zieht.
Ehrlich gesagt mag ich beide Frauen nicht. Deine Geschichte aber dafür umso lieber und vor allem das sehr überraschende Ende, mit dem du auch mich kalt erwischt hast!
Spannend und sehr unterhaltsam!
Liebe Grüße
Marion
„Wir sind das, was wir wiederholt tun. Vorzüglichkeit ist daher keine Handlung, sondern eine Gewohnheit.“
Aristoteles
RE: Verbrechen: Beste Freundinnen
in Archiv 17.05.2025 12:18von Bree • Federlibelle | 6.317 Beiträge | 28187 Punkte
Liebe @Sturmruhe
ja, da haben sich zwei wirklich "nette" Exemplare der Gattung Frau gefunden. ![]()
Ich stimme dir zu, Sympathie für eine der beiden zu entwickeln fällt äußerst schwer.
Zitat von Sturmruhe im Beitrag #5
Ehrlich gesagt mag ich beide Frauen nicht. Deine Geschichte aber dafür umso lieber und vor allem das sehr überraschende Ende, mit dem du auch mich kalt erwischt hast! Spannend und sehr unterhaltsam!
Das freut mich sehr, vielen Dank!
LG
Bree
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RE: Verbrechen: Beste Freundinnen
in Archiv 17.05.2025 22:07von johanna • Federlibelle | 979 Beiträge | 4589 Punkte
Ja ehrlich so eine "Freundin" braucht wirklich niemand. Jetzt wird mir mein Entschluss niemals eine beste Freundin zu haben wieder einmal sehr bestätigt. Diesen Entschluss fasste ich bereits mit 11 Jahren und er hat sich , wie sich immer wieder zeigt, bewährt. Danke @Bree
Wahrheit kommt ohne viele Worte aus
RE: Verbrechen: Beste Freundinnen
in Archiv 19.05.2025 21:40von Jana88 • Federlibelle | 792 Beiträge | 1835 Punkte
Man, was für harter Tobak. Und wie abgeklärt sie das alles berichtet.
Es gibt glaube ich echt Menschen, die das so sehen würden. Als Erleichterung.
Das aber sie eine der Geliebten war, war ein echter Knaller am Ende. Das hatte ich nicht erwartet. Er scheint ja wirklich so seine Talente gehabt zu haben.
Aber wie genau will sie die Freundin drankriegen?
Die hat das ja clever angestellt. Es wird ja immer gesagt, man solle diei Polizei einschalten, auch wenn die Entführer das nicht wollen. Also alles richtig gemacht. Die Täter haben halt nur Ernst gemacht.
Aber sie hätte ja auch Pech haben können, dass die Polizei die Täter schnappt und er weiter lebt.
Trotzdem viel Spannung im Text. Ich bin ganz atemlos gewesen und wollte alle Infos aufsaugen. Klasse Text!
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Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut wird, ist es noch nicht das Ende *Oscar Wilde
RE: Verbrechen: Beste Freundinnen
in Archiv 20.05.2025 11:27von Bree • Federlibelle | 6.317 Beiträge | 28187 Punkte
Zitat von johanna im Beitrag #7
Jetzt wird mir mein Entschluss niemals eine beste Freundin zu haben wieder einmal sehr bestätigt. Diesen Entschluss fasste ich bereits mit 11 Jahren und er hat sich , wie sich immer wieder zeigt, bewährt.
Ehrlich? Keine beste Freundin? Solche Freundschaften wie in dieser Geschichte beschrieben gibt es vermutlich auch, doch die Verbundenheit einer echten Freundschaft ist etwas sehr Schönes. Jemanden zu haben, mit dem man über alles reden, gemeinsam lachen, weinen, lästern und Spaß haben kann, hätte ich niemals missen mögen.
Aber du scheinst deinen Frieden mit dieser Entscheidung gemacht zu haben. Vielleicht war sie für dich tatsächlich goldrichtig. Für mich aber wäre das nichts.
Zitat von Jana88 im Beitrag #8
Aber wie genau will sie die Freundin drankriegen?
Das habe ich bewusst offen gelassen. Sie wird der Polizei mitteilen, was ihre Freundin ihr erzählt hat. Was für Konsequenzen das haben könnte, weiß ich selbst auch nicht genau. Aber ich bin sicher, dass die Beamten so eine Aussage interessiert aufnehmen und verfolgen würden.
Zitat von Jana88 im Beitrag #8
viel Spannung im Text. Ich bin ganz atemlos gewesen und wollte alle Infos aufsaugen. Klasse Text!
Das freut mich natürlich sehr! Vielen Dank, Jana!
LG
Bree
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RE: Verbrechen: Beste Freundinnen
in Archiv 20.05.2025 11:37von Sturmruhe • Federlibelle | 3.144 Beiträge | 16876 Punkte
Zitat
Ehrlich? Keine beste Freundin? Solche Freundschaften wie in dieser Geschichte beschrieben gibt es vermutlich auch, doch die Verbundenheit einer echten Freundschaft ist etwas sehr Schönes. Jemanden zu haben, mit dem man über alles reden, gemeinsam lachen, weinen, lästern und Spaß haben kann, hätte ich niemals missen mögen.
Als ich jünger war, hatte ich natürlich auch die eine oder andere beste Freundin, doch an irgendeinem Punkt habe ich mich von jeder verraten gefühlt. Die eine hat ein Geheimnis nicht gewahrt, eine andere hat sich von meiner Mutter ausfragen lassen und sich verquatscht, was zu fiesen Strafen geführt hat, wieder eine andere hat hinter meinem Rücken nicht sehr nett über mich gesprochen. Für mich ist so ein Verrat nicht umkehrbar, mein Vertrauen ist ein für allemal dahin und ich würde einer solchen Person nie wieder etwas anvertrauen oder auch nur meine wahre Meinung zu einer Angelegenheit anvertrauen. Da ich solche Erfahrungen nur mit weiblichen Wesen gemacht habe, habe ich später auf enge Freundschaften mit Frauen verzichtet. Es gibt natürlich lockere Beziehungen, aber meine "Geheimnisse" erfahren diese Frauen nicht.
Allerdings hat es sich so ergeben, dass von da an homosexuelle Männer meine "besten Freundinnen" wurden. Ich hatte zwei in Hamburg und hier auf Koh Samui gibt es auch eine, den Ralph. Sein Ehemann Wolfgang gehörte auch dazu, aber der ist leider inzwischen verstorben. Ralph würde mich nie in die Pfanne hauen und ich ihn auch nicht!
Liebe Grüße
Marion
„Wir sind das, was wir wiederholt tun. Vorzüglichkeit ist daher keine Handlung, sondern eine Gewohnheit.“
Aristoteles
RE: Verbrechen: Beste Freundinnen
in Archiv 20.05.2025 11:42von Bree • Federlibelle | 6.317 Beiträge | 28187 Punkte
Liebe @Sturmruhe
das sind natürlich böse Erfahrungen, die man niemandem wünscht. Derartiges habe ich zum Glück nie erleben müssen - was hinter meinem Rücken geschah, weiß ich allerdings nicht.
Einen schwulen besten Freund hatte ich bisher nicht, aber ich glaube dir sofort, dass die Erfahrungen andere sind als mit dem weiblichen Geschlecht. Ich hätte absolut nichts dagegen, so eine "Freundin" irgendwann zu finden.
LG
Bree
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RE: Verbrechen: Beste Freundinnen
in Archiv 20.05.2025 12:56von Sturmruhe • Federlibelle | 3.144 Beiträge | 16876 Punkte
Zitat
ich glaube dir sofort, dass die Erfahrungen andere sind als mit dem weiblichen Geschlecht. Ich hätte absolut nichts dagegen, so eine "Freundin" irgendwann zu finden.
So anders sind die Erfahrungen gar nicht - allerdings hat solch eine Freundschaft den Vorteil, dass ein schwuler Mann dir einerseits die männliche Perspektive geben kann, aber es gibt auch - je nach Persönlichkeit - eine sehr starke weibliche Seite, sodass er durchaus Verständnis für die Sichtweise und Gefühle einer Frau hat. Das finde ich persönlich so besonders! Hinzu kommt, dass die meisten homosexuellen Männer dir nicht um den Bart gehen, sondern knallhart Tacheles reden, wenn es sein muss. Da ich als Steinböckin ähnlich gestrickt bin, passt das in meinem Fall sehr gut.
Liebe Grüße
Marion
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Aristoteles
RE: Verbrechen: Beste Freundinnen
in Archiv 20.05.2025 21:50von johanna • Federlibelle | 979 Beiträge | 4589 Punkte
Zitat von Bree im Beitrag #9[quote="Sturmruhe"|p25659]doch an irgendeinem Punkt habe ich mich von jeder verraten gefühlt.
Aber du scheinst deinen Frieden mit dieser Entscheidung gemacht zu haben. Vielleicht war sie für dich tatsächlich goldrichtig. Für mich aber wäre das nichts.
Nun eine Freundschaft aufzubauen erfordert auch Zeit - da bin ich vil zu oft umgezogen, habe zu oft Lebensumfeld, Schulen gewechselt
Kann ich verstehen so erging es mir mit sehr nahen Verwandten - da braucht man dann auch keine "besten Freundinnen"
@Sturmruhe Ich finde es gut dass man auch zu Menschen anderen Geschlechts gute Freundschaften aufbauen kann. Meistens wird man "schief" angesehen wenn es heisst, dass man "nur" gut Freund" ist. Und dann wird hinter vorgehaltener Hand darüber gelächelt......
Diese beiden Frauen sind sich so ähnlich in ihrem Denken und handeln, sie könnten glatt Geschwister sein.
LG Johanna
Wahrheit kommt ohne viele Worte aus
RE: Verbrechen: Beste Freundinnen
in Archiv 21.05.2025 13:57von Gini • Federlibelle | 2.726 Beiträge | 6249 Punkte
Zu dem Thema Freundin hätte ich auch etwas zu sagen. Meine allerbeste Freundin,
30 Jahre bestimmt, wusste genau warum ich mich von meinem Exmann getrennt hatte.
Er war gewaltbereit, gemein zu mir und meinen Kindern, als sie Jugendliche waren und eine andere Meinung
als ihr Vater hatte. Ich wollte nie wieder Kontakt zu ihm haben und meine Kinder auch nicht.
Irgendwann sagte Heike (Freundin) am Telefon, Peter Exmann) hat mich besucht.
Da hatte sie schon monatelang Kontakt mit ihm, ohne mir etwas zu sagen. Ich war dann der Meinung,
dass sie sofort den Kontakt wieder aufgibt. Aber ne, Pustekuchen. Sie meinte die Freundschaft zu ihm, (keine Beziehung)
sei ja etwas anderes. Das eine hätte mit dem anderen nichts zu tun.
Ich hätte ihr nie wieder etwas anvertrauen können und immer die Angst, ihn bei ihr zu treffen.
Die Freundschaft war für mich von da an beendet.
Gedanken sind nicht stets parat, Man schreibt auch, wenn man keine hat.
Wilhelm Busch (1832-1908)
RE: Verbrechen: Beste Freundinnen
in Archiv 21.05.2025 14:58von Bree • Federlibelle | 6.317 Beiträge | 28187 Punkte
Liebe @Gini
dass das Vertrauen weg war, kann ich gut nachvollziehen. So ein Verhalten ist ein echtes No-Go. Unter Freunden macht man sowas einfach nicht!
LG
Bree
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