#1

Taxi: Kaputte Welt

in Archiv 12.05.2025 22:50
von Jana88 • Federlibelle | 792 Beiträge | 1835 Punkte

Kaputte Welt

Thorsten saß hinterm Steuer und tippte auf seinem Handy. Sein Urlaub auf Kreta war wunderbar gewesen. Er hatte sich die Sonne auf den Bauch scheinen lassen und die schöne Helena hatte ihm die Zeit versüßt. Ob sie wirklich so hieß, wusste er nicht, aber es war ihm auch egal.
Jetzt war er wieder zurück in der grauen Stadt Paris. Heute hingen dicke Regenwolken über seiner Wahlheimat. Warum genau zog es ihn immernoch in diese volle, laute Stadt mit den Abgasen und stinkenden Métro-Stationen?
Das Flair fühlte sich sehr heimisch für ihn an. Er kannte viele Leute, traf sich am Abend immer mit Freunden auf ein Glas Wein. Hier war man nie allein. Er lächelte. Ja, dies war seine Stadt. Aber die Urlaubszufriedenheit würde er sich jedenfalls nicht gleich wieder nehmen lassen. Ganz entspannt wollte er einen Fahrgast nach dem anderen durch den dichten Verkehr kutschieren.
Gerade guckte er sich Bilder vom Strand an, als die hintere Autotür aufging und jemand sich auf den Rücksitz fallen ließ. „Zum Ostbahnhof“, kam die barsche Anweisung.
Thorsten konnte nach seinen drei Jahren hier fließend Französisch. „Bonjour, Monsieur. Ganz, wie Sie wünschen.“
Er schloss die Fenster und startete den Motor, bog von dem Warteplatz beim Hotel auf die Hauptstraße und fädelte sich zwischen die im Schritttempo fahrenden Autos ein. Thorsten sah, wie sein Fahrgast immer wieder den Kopf drehte. Erst ein Blick aus dem Seitenfenster, dann zwischen den Sitzen vorn durch die Frontscheibe.
Thorsten fand es eine gute Idee, seinen Fahrgast beim Plaudern zu beruhigen: „Na, war das Ihr erster Aufenthalt in Paris? Bei dem Wetter würde ich aber auch lieber wieder abreisen wollen.“
Er lachte über seinen Spruch, aber der Mann hinten machte nur: „Mmh.“
Na, dann eben nicht. Von Schrittgeschwindigkeit ging es in den Stillstand. Der Mann rutschte auf seinem Sitz umher. „Sagen Sie, gibt es denn keine Abkürzung, die wir nehmen können? Ich habe es wirklich eilig.“
„Tja, ich fürchte, so geht es all den Menschen und dann kommt dieser Schlamassel dabei heraus.“
„Mmh“, murmelte er wieder. Da er einen Anzug und sogar eine Krawatte trug, war er sicher auf dem Weg zu seinem nächsten Termin. Es musste ein furchtbar wichtiger Termin sein, so zappelig wie er war. Thorsten würde nicht tauschen wollen, denn diese wichtigen Leute taten immer so, als würde es um Leben und Tod gehen. Dabei gab es so viel Wichtigeres im Leben als den Job.
Langsam bewegten sie sich wieder vorwärts. Das Handy des Fahrgastes klingelte und er ging ran. Er klang dabei aber nicht wie ein Geschäftsmann. Eher ein bisschen ängstlich. So ein komischer Kauz.
„Hallo?“, fragte er in den Hörer und blieb anschließend still. „Mmh, verstehe. Wie viel Zeit habe ich noch? Alles klar, ich hoffe, dass ich es rechtzeitig schaffe.“
Er klang beinahe verzweifelt. Tom schmunzelte. Der nahm seinen Job aber schrecklich ernst. Sicher hatte er sich schon hoch verschuldet mit irgendwelchen Häusern und Yachten und war auf jeden zahlenden Kunden angewiesen.
Sie kamen jetzt tatsächlich ein bisschen vorwärts. „Sagen Sie, kennen Sie wirklich keinen Weg, damit wir schneller ankommen? Es ist verdammt wichtig.“
„Nein, und ich glaube, wenn es einen gäbe, wäre der auch voll. Mitten am Nachmittag ist Feierabendverkehr.“
„Tja, die Uhrzeit kann man sich leider nicht aussuchen.“
Er wirkte nachdenklich und Thorsten fing an, sich zu wundern. Steckte doch etwas anderes hinter seiner Eile? War es etwa kein Geschäftstermin?
Von hinten näherte sich ein Krankenwagen mit Blaulicht. Thorsten wich aus, so gut es ihm möglich war und schlängelte sich weiter von Straße zu Straße. Ein Blick in den Rückspiegel verriet ihm, dass der Mann hinter ihm wie in Trance aus dem Fenster blickte. Er kaute auf seiner Lippe herum.
Thorstens Handy klingelte, es war die Zentrale, doch er drückte sie weg. Die Stimmung im Wagen war drückend. Er fand es unpassend, jetzt mit der Empfangsdame zu flirten, wie er das sonst immer tat.
„Wir sind bald am Bahnhof.“
Er wusste nicht, warum er seinen Fahrgast beruhigen wollte, aber jetzt ging es ihm besser. Er versuchte, bei allen gelb-roten Ampeln noch durchzukommen. Dabei war Thorsten eigentlich ein vorbildlicher Fahrer, sein Taxameter dankte es ihm schließlich auch.
Aber hier war es anders. Die Nervosität des Mannes steckte ihn an. Seine entspannte Urlaubsstimmung hatte nicht lange angehalten. „Mm, danke“, murmelte der Mann und kaute jetzt am Fingernagel.
Sie näherten sich dem Bereich des Bahnhofs und Thorsten sah viel Blaulicht. „Oh, ich fürchte, so ganz nah kann ich Sie nicht bringen. Da scheint was passiert zu sein.“
Der Mann hinten erwachte aus seiner Starre und blickte zwischen den Sitzen durch die Frontscheibe. „Ja, genau da müssen wir hin. Fahren Sie bitte genau drauf zu, wir werden durchgelassen.“
Thorsten war sich nicht sicher, was er davon halten sollte. Die Autos wurden alle von der Unfallstelle weggeführt. Was sollte er machen, wenn ein Beamter mit der Kelle winkte?
Sie kamen näher. Thorsten hielt vor dem Beamten an und ließ die Scheibe runter. Der Uniformierte fuhr ihn unwirsch an: „Bitte fahren Sie weiter nach dort drüben, halten Sie den Verkehr nicht auf.“
Er winkte energisch mit der Kelle. Thorsten sagte: „Mein Fahrgast hier sagt, er müsse genau da hin.“
Von hinten rief der Mann: „Ich bin Philippe Berneaux.“
Sogleich riss der Beamte die Augen auf: „Alles klar, kommen Sie. Fahren Sie hier drüben neben den Krankenwagen. Monsieur Berneaux, gut, dass Sie es noch geschafft haben.“
Den letzten Satz flüsterte er nur.
Thorsten setzte irritiert den Warnblinker und fuhr so, wie es ihm gesagt wurde. Er hielt an und blickte sich um. Sein Fahrgast war aus dem Taxi gesprungen, bevor es richtig zum Stehen gekommen war.
Drei blinkende Krankenwagen standen um ihn herum und auch einige Polizeiwagen. Weiter rechts von ihm standen zwei Sanitäter, die eine große, weiße Plane spannten wie ein Plakat, und dennoch standen zahlreiche Schaulustige um sie herum.
Thorsten stieg aus, ließ alles auf sich wirken. Hier musste etwas Schreckliches passiert sein. Er mochte sich gar nicht ausmalen, wie es hinter dem Sichtschutz aussah. Wo war eigentlich sein Fahrgast hingegangen? Der war bleich wie ein Geist gewesen.
Einer der Sanitäter kam auf ihn zu: „Hey, wie geht es Ihnen? Heftige Szene hier, oder?“
Thorsten fuhr sich mit den Fingern durch die Haare. „Ja, heftig trifft es ganz gut. Ich gehöre eigentlich nicht zu den Leuten, die gern an Unfallorten rumstehen. Das ist mir unheimlich.“
„Naja, die Meute da drüben findet es eher spannend.“
„Ist es sehr schlimm?“ Thorsten deutete mit dem Kopf zur Plane.
„Auf jeden Fall gut, dass Sie den Ehemann rechtzeitig hergebracht haben. Sie hat sich so sehr gewünscht, sich von ihm verabschieden zu können. Sie hat so viel Blut verloren. Wir waren uns nicht sicher, wie lange sie es noch schaffen kann.“
„Oh mein Gott. Und ich dachte erst, er wolle zu einem furchtbar wichtigen Meeting, als er so ungeduldig war.“
„Er sieht ja auch genau danach aus.“
Thorsten ging die paar Schritte herum zur Fahrertür.
„Müssen Sie weiter?“
„Nein.“ Er griff zur Mittelkonsole und stellte das Taxameter auf Null. „Ich fürchte, ich fahre heute nirgendwo mehr hin. Außer, der Mann braucht mich noch.“
Der Sanitäter nickte und Thorsten seufzte: „Wie haltet ihr sowas immer aus?“
„Zum Glück fährt nicht jeden Tag jemand in eine Menschenmenge. Obwohl … es wird immer häufiger. Kaputte Welt!“
„Ja, kaputte Welt…“
*Ende*


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#2

RE: Taxi: Kaputte Welt

in Archiv 13.05.2025 11:16
von Bree • Federlibelle | 6.317 Beiträge | 28187 Punkte

Liebe @Jana88

das passiert nicht oft, aber ich habe gerade Gänsehaut und Pipi in den Augen.
Mehr kann ich jetzt nicht sagen, muss den Text erstmal richtig sacken lassen.
Auf jeden Fall ein bemerkenswerter Beitrag. Daumen hoch!


LG
Bree


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#3

RE: Taxi: Kaputte Welt

in Archiv 13.05.2025 11:50
von Gini • Federlibelle | 2.726 Beiträge | 6249 Punkte

@Jana88 da hast du wirklich ein ganz aktuelles Thema aufgegriffen.
Es ist so schrecklich, was da in letzter Zeit immer wieder passiert ist.
Deine Geschichte ist spannend geschrieben und ich wusste bis zum Schluss
nicht, warum er es so eilig hatte. Erst dachte ich, er ist ein Verbrecher. Dann kam
mir der Gedanke, vielleicht liegt seine Frau in den Wehen. Alles verkehrt gedacht.
Ich gehe mal davon aus, dass die Frau nicht überlebt hat.
Starke Story. Viel Glück beim Wettbewerb.


Gedanken sind nicht stets parat, Man schreibt auch, wenn man keine hat.

Wilhelm Busch (1832-1908)
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#4

RE: Taxi: Kaputte Welt

in Archiv 17.05.2025 12:59
von Sturmruhe • Federlibelle | 3.144 Beiträge | 16876 Punkte

Liebe @jana88

auch ich habe die letzten Sätze deiner Geschichte mit Pipi in den Augen gelesen. Leider gehört die Angst vor solchen Vorkommnissen in Deutschland fast schon zur Normalität - eigentlich kaum zu glauben. Auch hier in Thailand gibt es Gebiete, die man nur bereist, wenn es sein muss. Früher, als ich noch alle drei Monate über die Grenze musste, um mein Jahresvisum bestätigen zu lassen, gab es im Grenzgebiet zu Malaysia überall Straßenkontrollen, die Polizisten sahen in unseren Minibus, checkten unsere Pässe, um sicherzustellen, dass wir sauber waren. Dort leben viele islamistische Thai-Malayen und viele sind radikal. Dort fahren die Typen nicht in Menschenmengen, sie legen einfach irgendwo eine Bombe. Hier bei uns ist es zum Glück sicher, die Thais sind in der Mehrzahl buddhistisch und sehr friedlich-freundlich.

Deine Geschichte ist gut aufgebaut, man hat so seine Vermutungen, wird er vielleicht erpresst? Hat er die Geld-Mafia auf den Fersen. Irgendwann dachte ich, jemand liegt im Krankenhaus und er muss ganz schnell dahin. Doch es kommt noch schlimmer. Sehr berührend, deine Geschichte.

Viel Erfolg im Wettbewerb!

Liebe Grüße
Marion


„Wir sind das, was wir wiederholt tun. Vorzüglichkeit ist daher keine Handlung, sondern eine Gewohnheit.“
Aristoteles

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#5

RE: Taxi: Kaputte Welt

in Archiv 18.05.2025 16:05
von Jana88 • Federlibelle | 792 Beiträge | 1835 Punkte

Oh wow, ganz lieben Dannk für die tollen Kommentare.
Die Geschichte hat sich echt mal so richtig beim Schreiben entwickelt. Es gab den Anzugmann, der recht unsympathisch war, und plötzlich kam sowas. Das war für mich auch eine Überraschung.

Aber das der Text dann so gut ankommt, damit habe ich gar nicht gerechnet, dankeschön


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#6

RE: Taxi: Kaputte Welt

in Archiv 19.05.2025 17:59
von Bree • Federlibelle | 6.317 Beiträge | 28187 Punkte

Liebe @Jana88

das sind doch immer wieder schöne Schreibmomente, oder? Genau das macht den Reiz des schönsten Hobbys der Welt aus!
Ich freue mich für dich, dass dein Unterbewusstsein so eine schöne Story kreiert hat.

LG
Bree


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#7

RE: Taxi: Kaputte Welt

in Archiv 19.05.2025 21:43
von Jana88 • Federlibelle | 792 Beiträge | 1835 Punkte

@Bree
danke dir, und ich freue mich total, dass das Schreibfieber wieder so richtig in mir drin ist.
Die letzten Jahre ist es mir ein bisschen abhanden gekommen, das Leben kam immer dazwischen und hat viel Kreativität geschluckt. Aber jetzt kommt wieder mehr meine Zeit für mich, das ist auch schön :-)


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#8

RE: Taxi: Kaputte Welt

in Archiv 22.05.2025 15:35
von partout • Fleißbiene / Fleißdrohne | 40 Beiträge | 134 Punkte

Idee und Realisierung sind dir gut gelungen, feiner Spannungsaufbau, sehr gern gelesen (auch wenn das Ende derart ungut ausfällt) - die Geschichte hat mich auch deswegen berührt, weil ich vor langer Zeit gelegentlich selbst als Taxifahrer gearbeitet habe, da wurde es mir einige Male mulmig zumute.


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#9

RE: Taxi: Kaputte Welt

in Archiv 23.05.2025 13:05
von Bree • Federlibelle | 6.317 Beiträge | 28187 Punkte

Hallo @partout

Zitat von partout im Beitrag #8
weil ich vor langer Zeit gelegentlich selbst als Taxifahrer gearbeitet habe, da wurde es mir einige Male mulmig zumute.

Dann müsste das Wettbewerbsthema für dich doch perfekt sein! Ich würde mich über einen Beitrag von dir freuen.

LG
Bree


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#10

RE: Taxi: Kaputte Welt

in Archiv 24.05.2025 08:40
von partout • Fleißbiene / Fleißdrohne | 40 Beiträge | 134 Punkte

Hallo @Bree, bin gleich ins Rheingau unterwegs, wenn ich wieder daheim bin, probiere ich es mal…


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#11

RE: Taxi: Kaputte Welt

in Archiv 28.05.2025 07:19
von Zivilfahndung • Federlibelle | 954 Beiträge | 11470 Punkte

Hallo, @Jana88

Du baust Deine Geschichte sehr geschickt auf. Denn die Eile kann sehr viele Gründe haben, und für das Verhalten lenkst Du merklich auf falsche Fährten

An ein wichtiges Meeting habe ich aber nicht gedacht, denn mich wunderte, dass kein „Gepäckstück“ erwähnt wurde, also z.B. mitgeführte Dokumente, Unterlagen o.Ä.

Das Sehen aus den Fenstern wirkte kurze Zeit, als würde ihn jemand verfolgen. Dass er sich kurz angebunden zeigt, zeugt von Aufregung / Anspannung

Den Krankenwagen konnte ich zunächst nicht einordnen, das hätte durchaus ein normaler Unfall sein können

Paris kenne ich nicht, weiß nur, dass die Stadt sehr groß ist. Angesichts der Auflösung überlegte ich, warum kam nur einer, und zudem keine Polizei. Andererseits kam mir die Idee, dass sie wegen der Größe eben aus den verschiedensten Richtungen zum Einsatzort kamen

Auf die letztendliche traurige Auflösung kam ich vor Deiner nicht, obwohl es leider öfters passiert, zuletzt bei der Meisterfeier in GB. Zumindest mit einem kleinen Happy-End, wenn sich davon angesichts seiner zukünftigen Situation reden lässt. So wie er bekleidet ist, kam er ggf aus einem Meeting und hatte alles stehen und liegen lassen

Viele Grüße,
Christian


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#12

RE: Taxi: Kaputte Welt

in Archiv 02.06.2025 07:36
von Anka • Federlibelle | 878 Beiträge | 4048 Punkte

Liebe @Jana88,

deine Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Sie war spannend, die Charaktere sehr gegensätzlich und auch nicht überzeichnet. Und das Ende dann so krass. Ein richtiger Schockmoment. Da blieb mir die Luft weg. Furchtbar, dass sowas Realität ist.
Nur einmal ist mir aufgefallen, dass du statt Thorsten Tom geschrieben hast.

Super Geschichte mit Tiefgang!


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#13

RE: Taxi: Kaputte Welt

in Archiv 21.06.2025 05:41
von Carlotta Lila • Federlibelle | 2.665 Beiträge | 12614 Punkte

Liebe @Jana88, was für ein trauriger Text, was für ein aktuelles Thema!
Ich fand es super, dass du aus der Perspektive des Taxifahrers geschrieben hast! Völlig nachvollziehbar, dass der sich sein Urlaubsfeeling noch erhalten wollte. Letztendlich aber wurde er doch in die Geschichte mit reingezogen!
So ist unsere Welt geworden: man kann sich nicht mehr rausnehmen und zurück ziehen, manche Ereignisse sind einfach zu schlimm und es könnte jeden treffen!
Das hast du hier wirklich super rübergebracht, indem den Leser an Thorstens Gedankengängen teilhaben lässt!
Vor ein paar Jahren war in Wien am Schwedenplatz ein schlimmes Attentat. Zweimal hatte ich den Platz an dem Tag überquert, bloss zur Tatzeit nicht. Mein Gitarrenlehrer, der aber dort in der Nähe wohnt, hat erzählt, dass ein Freund von ihm-der Besitzer eines Lokals- erschossen wurde. Einfach so. Jetzt vor nun schon 2 Wochen, sind bei einem Amoklauf 10 Kinder in einer Schule in meiner Heimatstadt Graz gestorben - ich mag mir garnicht vorstellen, was deren Eltern und Geschwister fühlen!
Da sehe ich deinen Fahrgast auf dem Rücksitz des Taxis, der gerade aus seinem Alltag rausgerissen wurde und vermutlich total im Schock ist ... so ähnlich mag man sich fühlen, wenn sowas passiert!

Danke für diese Geschichte!
Liebe Grüße
Carlotta Lila 💜


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