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Action : Wildern im fremden Revier
in Archiv 11.05.2025 16:14von Zivilfahndung • Federlibelle | 954 Beiträge | 11472 Punkte
Wildern im fremden Revier
Schauplatz (es mag sein, dass sich das bereits aus der Überschrift ergibt): die Essener Zivilfahndung (Judith Reiter & Nick Fengler) leistet Amtshilfe im benachbarten Bergischen. Sie kennen diese Gegend, jedoch nicht jedes Detail. Daher sind zudem zwei Vorgesetzte bei der Kurzgeschichte involviert
Zeitpunkt: vor dem Wechsel von der Schutzpolizei zur Direktion ‚Kriminalität’ - gemäß Handlung ist Judith Polizeikommissarin und Nick Polizeioberkommissar
wichtiger Hinweis: die Geschichte beinhaltet fiktive Elemente: Kameras nehmen hier nicht bloß auf, sondern übertragen parallel
Judith trat in den Flur. Als draußen ein Motor gestartet wurde, riss sie die Haustür auf. Mit quietschenden Reifen fuhr ein Kleinwagen an. Sie folgte ihm mit ihrer Waffe, schoss jedoch nicht. An der Haltestelle gegenüber standen eine Frau und ein Kind.
»Hol Auto«, teilte Judith mir mit.
»Stoppe Verkehr«, erwiderte ich.
Die Verdächtige bog berghoch ab.
»Flüchtet Richtung Heiligenhaus«, gab ich über Funk weiter, beschrieb den Pkw. Zwei Autos in seine Richtung stoppten. Von oben kam noch einer! Mit gehobener Hand lief ich ihm entgegen. Als er hielt, wieder zurück. »Judith? Frei!«
Der zivile blaue 3er-BMW schoss rückwärts auf die Straße. Stoppte neben mir! Ich öffnete die Beifahrertür, während Judith die LED einschaltete und das Blaulicht aufs Dach stellte. Direkt als ich saß, gab sie Gas. Mit Kickdown! Ich wurde vor die Rückenlehne gepresst und griff zum Gurt. Sie schaltete die Sirene ein.
Mit Vollgas berghoch! Die Strecke vor uns war durch mein Anhalten frei.
Nach der Kurve bei der freiwilligen Feuerwehr Sichtkontakt zum Kleinwagen, der die erste Kreuzung bei Grün passierte. Die zweite, die zur jeweils zweispurigen B227, folgte. Baulich getrennt, erst die Fahrbahn Richtung Ratingen, zehn Meter dahinter die weitere.
Ich schaltete die Wagenkamera am Innenspiegel ein. So konnten die hiesige Leitung Petersen und unsere Chefin Romina der Verfolgung an ihren PC beiwohnen.
Leistungsmäßig war der BMW überlegen. Wir holten auf! An der ersten 227-Ampel zwei Pkw, die nach rechts biegen wollten und auf der entsprechenden Spur standen. Die linke war frei und wurde vom Fluchtwagen genutzt.
Allerdings zeigte die Ampel Rot! Ein Hupkonzert ertönte, begleitet von quietschenden Reifen. Knapp hinter einem durchrauschenden SUV und vor einem kräftig bremsenden Alfa überfuhr die Flüchtende die Fahrbahn.
»Dat war knappich«, bemerkte Judith.
Hoffentlich hörten die Fahrzeuge auf der Hauptstraße unsere Sirene! Zumindest der Alfa blieb stehen. Judith bremste dennoch leicht. Erst als sie die Kreuzung überblicken konnte, gab sie Gas.
Der Kleinwagen erreichte derweil die Fahrbahn Richtung Velbert. Von rechts steuerte ein alter Mercedes 190 auf sie zu.
»Schicke Verstärkung aus Velbert los«, teilte Petersen mit.
Der Benzfahrer trat voll auf die Bremse und verriss das Steuer. Mehrmals drehte sich der Wagen vor uns um die eigene Achse. Judith fixierte ihn nach dem Abbiegen genau, um im richtigen Moment und auf der richtigen Seite vorbeizukommen. Das Heck des BMW wurde unruhig. Der rechte Hinterreifen geriet kurzzeitig auf den Seitenstreifen.
Nach einem ebenen Stück erreichten wir auf die Steigung bei der Schule. Ein halbes Dutzend Pkw rollte auf den Bereich zu, in dem das Tempo auf dreißig reduziert war.
Auf Rechts überholte die Flüchtige einen Tesla. Unmittelbar ging sein linker Blinker an. Dessen Lenker schien die Sirene zu hören und uns zu sehen, verzögerte und ließ Platz.
Die weiteren Fahrer*innen konzentrierten sich auf die Tempobegrenzung. Ein kleiner Fiat, links fahrend, bremste besonders stark, was den Audi nach ihm zu sehr dichtem Auffahren verleitete. Rechts daneben ein Cabriolet, das sich von den beiden absetzten konnte.
Der Fluchwagen behielt seine Spur zunächst bei und quetschte sich dann ruckartig zwischen Fiat und Cabrio hindurch. Vollbremsung und lautes Krachen, Splitter flogen durch die Gegend.
»Unfall auf Höhe Schule«, gab ich weiter.
»Machen Streifenkollegen«, erwiderte Petersen.
Wir passierten die Gestrandeten, das haltende Cabrio und einen Platz gewährenden Peugeot. Auf der Höhe hatten wir alle Pkw hinter uns gelassen. Die Verfolgte fuhr mittig. Abstand wenige Meter, Vorbeikommen unmöglich!
Bis zum Möbelhaus war es nicht mehr weit. Wollte die Verdächtige mit ihrem vergleichsweise schwachen Wagen auf die Autobahn oder über Land Richtung Wülfrath? Wir passierten eine Tankstelle und fuhren auf die Brücke über die A44.
Martinshorn, das sich aus der Gegenrichtung näherte. Die Verstärkung! Nun musste sich die Flüchtige entscheiden, was sie tat. Der Verkehr Richtung Velbert und die Linksabbieger auf die A44 hatten Grün. Drei steuerten auf die Auffahrt, als sie das Steuer herumriss und sich ihnen anschloss.
»Weiter auf 44«, teilte ich mit. »FR (Fahrtrichtung) Essen.«
»Verstärkung folgt Euch«, versprach Petersen.
Hatte Judith das DSC (Dynamic Stability Control, vergleichbar mit ESP) ausgeschaltet? Ja, hatte sie! Natürlich, was sonst? Nicht abbremsend legte sie einen sehenswerten Drift auf die Auffahrt hin. Obwohl das Heck weit herauslugte, zirkelte sie den BMW gegenlenkend passgenau zwischen den Verkehrsinseln hindurch.
»Juuhdith«, rief Petersen über Funk.
»Ja … wat?«, erwiderte sie keck.
»Sie weiß, wat se tut«, half ich ihr.
»Unübersehbar«, stimmte er zu.
»Hab Fahren gelernt«, fügte sie auf dem Beschleunigungsstreifen grinsend hinzu.
Autos kamen aus Düsseldorf herangebraust. Sie verzögerten, als sie unser Blaulicht sahen. Der Kleinwagen nutzte dieses, um direkt auf die Überholspur zu wechseln. Wir konnten ihm nur folgen, nicht eingreifen, als wir in den Tunnel Birth in Fahrtrichtung Essen rauschten.
Das Fluchtauto nahm immer mehr Geschwindigkeit auf. Wir näherten uns einhundertzwanzig. Die linke Spur blieb frei, aber rechts fuhren regelmäßig Pkw und ein Lkw. Keine Lücke groß genug! Die Verdächtige beschleunigte kontinuierlich. Dachte sie, sie könnte uns abhängen?
Judith äußerte eine Befürchtung, als wir den Tunnel verließen und die Ausfahrten zur B224 und zur A535 passierten: »Hundertfuffzig Sachen. Nick? Will nich an et Schlimmste denken, aber …« Sie stockte.
»Aber wat?«
»Wat hat sie noch? Gleich kommen Brücken.« Zunächst eine, die Fahrbahn überspannte. Danach die Talbrücke nahe dem Hespertal. Keinen Kilometer entfernt!
»Meinsse echt? Nein, oder? Oder doch?«
»Du, wat hat se zu verlieren?«
»Sind die Pfeiler erreichbar?«
»Leitplanken rechts fehlen«, informierte der ortskundige Petersen.
»Shit«, fluchte Judith.
Wir hatten inzwischen alle Autos überholt. Komplett freie Bahn und die Flüchtende fuhr mittig. Als meine Partnerin nach links lenkte, folgte sie diesem Beispiel. Ein Kurswechsel nach rechts, wieder machte sie zu.
Die Brücke kam in Sicht!
»Näher mich mehr an«, beschloss Judith und zog auf die Überholspur.
Nun lenkte die Verdächtige weiter nach rechts. Dort war der Pfeiler! Judith gab Gas, bis der Kotflügel die Höhe des Hecks der Flüchtenden erreichte. Das Lenkrad feste mit beiden Händen haltend, stieß sie behutsam vor die Karosserie. Der Wagen wurde leicht durchgeschüttelt. Judith verstärkte den Druck. Funken sprühten. Aufeinander reibendes Blech knirschte. Es mutete komisch an: Die Vorderreifen eingeschlagen, dennoch geradeaus rollend. Reibendes Gummi qualmte auf dem Asphalt.
Wir passierten den Pfeiler!
Ich atmete aus. »Geschafft, toll gemacht!«
»Leck mich anne Täsch«, fluchte Judith.
Die Verdächtige änderte ihre Strategie und hob den Lenkversuch auf. An die Konsequenzen ihres Handelns dachte sie nicht! Mit einem Mal schoss ihr Wagen sich drehend vor unserem BMW vorbei in die Mittelleitplanke. Er krachte heftig hinein und wurde zurückgeschleudert. Mit voller Wucht stieß er vor unsere Front. Die Fahrtrichtung änderte sich abrupt. Zum Hang mit den Büschen hin!
»Halt fest«, rief Judith.
Sie versuchte gar nicht zu korrigieren, sondern möglichst gerade hinaufzufahren. Ein paar Meter! Durch vereinzelte Büsche leicht abgebremst hoben wir ab. Es war die Auffahrt von der 224. Dort fuhr ein Mietbus. Wir stießen vor seine Seite, unsere Haube sich weiter hebend. Aus dem gemeinsamen »Ooooh« im Fluge wurde ein »Aaaah«, als wir beim Absenken Wiese und Bäume sahen.
Mit einem lauten Krachen stieß die Front in den Boden. Der Gurt fing mich auf. Gleichzeitig kam mir eine weiße Wand entgegen. Mein Gesicht presste sich in den Airbag. Die Augen aus Reflex schließend. Bügel der Brille drückten, sie blieb jedoch heile. Die Frontscheibe zersplitterte. Für einen Moment schien der BMW in seiner Position zu verharren. Danach kippte er zurück, mit lautem Krachen hinten auf den Asphalt aufsetzend, uns kräftig durchschüttelnd.
Petersen und Romina schrieen unsere Namen.
»Judith?«, fragte ich, meinen Gurt lösend.
»Au’m Fahrersitz«, kam lapidar als Antwort.
»Sind okay, Romina und Herr Petersen.«
»Gott sei Dank«, meldete sich Romina erleichtert.
»Der Fluch der modernen Technik«, ergänzte Petersen. »Live dabei!«
Ich wollte die Tür öffnen. Sie klemmte, ließ sich jedoch mit kräftigem Ruck aufstoßen. Beim Aussteigen sah ich den Mietbus. Wir hatten ihn umgestoßen. Er war auf der Seite liegend gerutscht. Von rechts kam ein älterer 3er-BMW Compact und schaltete den Warnblinker ein. Auf der 44 hielt ein Polizeiwagen mit Blaulicht, ein zweiter näherte sich auf dem Zubringer.
Judith hatte nicht so viel Glück wie ich. »Meine Tür geht nich uff und der Fuß steckt fest. Tut aber nix weh!«
Ich beugte mich wieder hinein. Mit dem Rücken lag ich auf dem Beifahrersitz, den Kopf auf Judiths Oberschenkeln. Ich richtete mich auf, den Kopf auf Höhe ihrer Brust vor die Weste gelehnt.
»Sorry, wirkt jetzt wat … ähm, komisch, ne?« Ich schob den erschlafften Airbag beiseite, schaute in den Fußraum.
»Du darfst et«, meinte sie. »Bist doch mein Immchen (Ruhrpott für: Ehemann).«
Der Fußraum war kaum deformiert, ihr rechter Fuß steckte hinter dem Bremspedal. »Gleich bisse frei«, prognostizierte ich ihr, ertastete den Schuh und konnte ihn lösen.
»Doll«, fand sie, »und nun mach Dich vom Acker!«
»Wat?« Ich sah sie überrascht an. »Wat is ambach?«
»Ja, kusch-kusch, pronto! Will einfach raus hier.«
»Wie wär et mit ’nem Danke, junge Dame?«
»Dafür? War doch pille-palle, oder nich?« Sie rutschte auf den Beifahrersitz, mit dem Rücken zur Öffnung. Eh sie sich versah, packte ich ihr unter die Achseln und zog sie mit Schwung hoch, musste sie danach regelrecht auf beiden Beinen abstellen. »Samma, Herkules! Is jetzt gut?« Nun betrachtete sie den BMW: »Mit ’nem Fitzelken Lack, Stoßstangen und ’n paar Stoßdämpfern is dat nich jetan.«
»Hauptsache, bei uns is allet intakt«, meinte ich.
»Sicher, Nick?« Sie kniff ihre Augen zusammen. »Hasse nich bald TÜV-Termin?«
»Issoch mein erster, Judith. Wir sind erst zwo Jährken verheiratet, nich schon drei.«
Textlänge inklusive Überschrift, aber ohne Erklärungen: 9999 Zeichen
RE: Action : Wildern im fremden Revier
in Archiv 12.05.2025 16:49von Gini • Federlibelle | 2.726 Beiträge | 6249 Punkte
@Zivilfahndung Ui, die erste Wettbewerbsgeschichte. Glückwunsch.
Die Beiträge werden in dieser Rubrik, also unter 'Der Wiesen-Wettbewerb im Einzelnen' gepostet, aber bitte mit dem jeweiligen Stichwort vorweg:
Zitat von Bree im Beitrag #1
(Taxi / Verbrechen / Action)
Das hast du leider vergessen. Aber nicht schlimm. Wenn man das liest weiß man, das kann nur Action sein.
Hut ab, wie du das alles aufbaust und anscheinend auch Ahnung hast von solchen Verfolgungsfahrten. Oder
ist das deiner Fantasie geschuldet. Beim lesen wird einem schwindelig, so Actions reich liest sich das.
Ich gehen mal davon aus, dass die Verfolgte überlebt hat und sie in die Zange genommen wurde.
Viel Glück mit deiner Geschichte beim Wettbewerb.
Gedanken sind nicht stets parat, Man schreibt auch, wenn man keine hat.
Wilhelm Busch (1832-1908)
RE: Action : Wildern im fremden Revier
in Archiv 12.05.2025 17:44von Zivilfahndung • Federlibelle | 954 Beiträge | 11472 Punkte
Danke für Deine Rückmeldung und die guten Wünsche, @Gini
Zitat von Gini
… aber bitte mit dem jeweiligen Stichwort vorweg:
Im Betreff steht „Action :“ vor dem Titel, dachte, es reicht an dieser Stelle - oder muss beim Textbeitrag selber erneut noch einmal rein?
Zitat von Gini
… und anscheinend auch Ahnung hast von solchen Verfolgungsfahrten. Oder ist das deiner Fantasie geschuldet
Es ist schon Fantasie, ich achte allerdings darauf, dass es in gewissen Maße möglich wäre. Schreibe öfters solche Szenen
Autos, die gleich explodieren, wird es bei mir z.B. nicht geben, weil dies real eher unwahrscheinlich ist. Oder wenn jemand auf dem Dach liegend mitfährt, das klappt real nur bei heruntergelassenen Seitenscheiben und mit (speziellen?) Handschuhen. So etwas kommt bei mir nicht vor
Judith durfte schon mehrere Mal durch das Schiebedach auf die Motorhaube klettern, hat einen anderen BMW einmal mehrere Meter hangabwärts zwischen Bäumchen geparkt oder sich einen intensiven „Schlagabtausch“ (Faustkampfszene) mit einer Verdächtigen geleistet
Ganz ohne Untersuchung werden Judith & Nick sicher auch nicht davonkommen nach dieser Flugeinlage
Viele Grüße,
Christian
RE: Action : Wildern im fremden Revier
in Archiv 12.05.2025 17:50von Gini • Federlibelle | 2.726 Beiträge | 6249 Punkte
@Zivilfahndung
Sorry, hab ich nicht gesehen. Denke schon, dass es reicht. Ich hätte es vor den Titel gesetzt. Aber so ist wohl auch okay.
Gedanken sind nicht stets parat, Man schreibt auch, wenn man keine hat.
Wilhelm Busch (1832-1908)
RE: Action : Wildern im fremden Revier
in Archiv 13.05.2025 11:08von Bree • Federlibelle | 6.317 Beiträge | 28187 Punkte
Hallo @Zivilfahndung
auch von mir Glückwunsch zum Einreichen des ersten Wettbewerbsbeitrags. Sobald einer den Anfang macht, flutscht es erfahrungsgemäß. Also: Danke!
Ich gebe @Gini recht: Bei diesem Text kommt die Action wahrlich nicht zu kurz. Was das angeht, kann ich nur sagen: Aufgabe erfüllt!
Dass Nick und Judith die Gegend nicht gut kennen, kommt überhaupt nicht rüber. Den Hinweis hätte es also nicht bedurft, aber egal.
Ich glaube, du könntest Karriere machen als Drehbuchscheiber für 'Alarm für Cobra 11'. Hab ich zwar nie gesehen, das ist nicht mein Ding, aber ich glaube, das läuft so ähnlich ab. Plus Explosionen etc.
Was mir von Anfang an etwas fehlte, war der Grund für die Verfolgungsjagd. Du sprichst nur von einer Verdächtigen. Aber wessen wird sie verdächtigt, was hat sie getan? Ist sie eine verzweifelte Frau oder eine ausgebuffte Gangsterin?
Das bleibt offen.
Als etwas störend empfand ich deine in Klammern gesetzten Erklärungen für Abkürzungen oder Dialekt sowie das Gendersternchen.
Das ist dann immer ein bisschen wie auf die Bremse treten bei einem solch rasanten Text.
Jedenfalls bin ich froh, dass beide dieses Abenteuer heil überstanden haben. Am besten gefallen hat mir mal wieder Judiths rotzige Art, ihre knappen und frechen Kommentare liebe ich!
Viel Glück beim Wettbewerb!
LG
Bree
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Geschichten zu schreiben ist für mich ein Weg, in andere Leben, andere Zeiten, andere Orte abzutauchen. Nebenbei kann man Persönlichkeiten erschaffen und ihr Schicksal lenken. Ich kann mir kein schöneres Hobby vorstellen!
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Alles über meine Bücher & mich findet ihr auf meiner Website: www.brittabendixen.de
RE: Action : Wildern im fremden Revier
in Archiv 13.05.2025 23:07von Zivilfahndung • Federlibelle | 954 Beiträge | 11472 Punkte
Danke für Deine Rückmeldung und die guten Wünsche, @Bree - die Action stand im Vordergrund und ich hab das Limit an Zeichen optimal ausgenutzt mit 9999, da passte leider nicht alles herein, wie mit der Täterin. Jemand, der nichts getan hat, würden sie nicht verfolgen
Zitat von Bree
Sobald einer den Anfang macht, flutscht es erfahrungsgemäß.
Ich hab diesen Monat leider nicht allzu viele freie Tage. Jetzt bot sich die beste Gelegenheit dafür …
Zitat von Bree
Dass Nick und Judith die Gegend nicht gut kennen, kommt überhaupt nicht rüber.
Kennen tun sie die Gegend schon, es ist nur auf Details bezogen wie z.B. den ungeschützten Brückenpfeiler, oder dass sie ggf nicht den Namen einer jeden „innerstädtischen“ Straße kennen
Zitat von Bree
Ich glaube, du könntest Karriere machen als Drehbuchscheiber für 'Alarm für Cobra 11'. Hab ich zwar nie gesehen, das ist nicht mein Ding, aber ich glaube, das läuft so ähnlich ab.
Ich hab die Serie in der Anfangszeit gesehen. Irgendwann war mir zuviel Ballerei und zu abgehoben. Seit 2020 (Ausstrahlung, gedreht wohl ab 2019) kann ich die Serie (bzw jetzt Filmreihe mit 90-Minütern) absolut empfehlen
Sie lassens zwar heute noch immer vereinzelt spektakulärer krachen, aber vieles ist ebenso bodenständiger (so wie ich es mag und selber verwende) und der Inhalt stimmt wieder: Ob E-Mobilität, Flüchtlinge oder Pflege - gute Themen für Storys! Die, die die Drehbücher schreiben, leisten also schon gute Arbeit
Dass Semir jetzt erstmals eine Partnerin hat (und diese auf Augenhöhe), hat sehr gut getan! Sie hat auch oft das letzte Wort. In den letzten Serienfolgen (bevor die Filmreihe daraus wurde) musste sie um ihren Job bangen, da die frühere Einheit von ihr Racial Profiling betrieb, und dann machten ihre beiden Nieren schlapp - die Rolle lebt nur noch wegen einer Spenderniere
Ich sag nicht umsonst: Victoria „Vicky“ Reisinger ist die wichtigste starke-Frauen-TV-Rolle, die wir haben. Zumal mit der Darstellerin Pia Stutzenstein der totale Glücksgriff gelang. Sie wirkt unglaublich menschlich-natürlich, und sie wurde zum Glück nicht in ein „unkaputtbares Actiongirl“-Korsett gesteckt, sondern die Rolle ist absolut stimmig zu ihr passend konzipiert
Zitat von Bree
Als etwas störend empfand ich deine in Klammern gesetzten Erklärungen für Abkürzungen oder Dialekt sowie das Gendersternchen.
Ich wusste nicht so genau, wohin damit. In der Serie war das kein Problem, weil Judith (lernt Autozeitungen auswendig, ist technisch versierter) Nick einmal darüber „aufgeklärt“ hat, dass es bei BMW statt ESP DSC heißt. Ebenso hat sie ihn schon einmal gefragt, ob er überhaupt wisse, wie eine Bohrmaschine bedient wird. Für Abkürzungen und Ruhrpott-Begriffe hab ich bei VÖ ein Wörterbuch im Anhang
Ums Gendern komme ich nicht herum, weil es auch einige Rollen beim Sprechen tun, u.a. Lena, die Freche (z.B. dem Manager gegenüber) aus der SGZ-Geschichte. Ist bei mir sehr detailliert festgelegt, wer das tut, wer „Fahrerinnen und Fahrer“ sagt (Nick, oder insbesondere Leitungskräfte) oder wer von „Fahrern“ spricht (wie in der Realität die Meisten, und überraschenderweise gerade die auf gleichwertige Behandlung Wert legende Judith)
Zitat von Bree
Jedenfalls bin ich froh, dass beide dieses Abenteuer heil überstanden haben. Am besten gefallen hat mir mal wieder Judiths rotzige Art, ihre knappen und frechen Kommentare liebe ich!
Einmal durchgecheckt werden sie sicher nach der Flugeinlage, das habe ich schon öfter realistisch eingebaut, und ist mir wichtig
Judith und Lena sind zwar nicht verwandt, aber bis auf die verschiedene Augenfarbe sehen sie fast wie Schwestern aus. Judith kommt aus Essen-Rüttenscheid und Lena gebürtig aus Berlin - da ist es zu erwarten, dass sie nicht auf den Mund gefallen sind … 
Viele Grüße,
Christian
RE: Action : Wildern im fremden Revier
in Archiv 17.05.2025 11:21von Sturmruhe • Federlibelle | 3.144 Beiträge | 16876 Punkte
@Zivilfahndung
Deine Verfolgungstour liest sich beinahe atemlos, die Action kommt wirklich nicht zu kurz.
Wie @Bree hätte es mich aber auch interessiert, zu erfahren, warum die Frau flüchtet und am Ende, was ihr passiert oder nicht passiert ist. Muss ja nicht viel Text sein, aber ohne diese Angaben verläuft die Verfolgung ein bisschen im leeren Raum, man kann das Warum nicht zuordnen und zu wissen, ob die Frau überlebt hat, würde zu einem klaren Abschluss führen. Du schreibst, du hattest nicht genügend Worte zur Verfügung - ein paar der Wagen, die von überall herkommen, könnten jedoch bleiben, wo sie sind und schon gibt es ein paar freie Sätze für die Hintergrundinfos. Die fehlenden Wagen würden uns Lesern gar nicht auffallen und die Action bliebe trotzdem erhalten. Die hast du wirklich gut getroffen!
Und ja, wie Bree gefällt auch mir Judiths rotzige Art! Ich sehe sie regelrecht vor mir, auch wenn ich mich jetzt nicht erinnere, wie du sie in anderen Geschichten beschrieben hast, aber allein ihre frechen Kommentare und ihre Selbstsicherheit in Bezug auf ihre Fahrkünste schaffen ein klares Bild vor meinem inneren Auge.
Viel Glück beim Wettbewerb und überhaupt - Daumen hoch fürs Einreichen der ersten Geschichte!
Liebe Grüße
Marion
„Wir sind das, was wir wiederholt tun. Vorzüglichkeit ist daher keine Handlung, sondern eine Gewohnheit.“
Aristoteles
RE: Action : Wildern im fremden Revier
in Archiv 18.05.2025 08:12von Zivilfahndung • Federlibelle | 954 Beiträge | 11472 Punkte
Ich musste etwa 2000 Zeichen einsparen, @Sturmruhe - das ist gar nicht so leicht. Da hab ich (sonst ist es öfter auffällig leer auf den Straßen bei Verfolgungen) wegen der Aufgabenstellung bei der Action am wenigsten angesetzt. Hätte auch gerne noch eine interessante Wendung drinnen gehabt …
Zitat von Sturmruhe
Und ja, wie Bree gefällt auch mir Judiths rotzige Art! Ich sehe sie regelrecht vor mir, auch wenn ich mich jetzt nicht erinnere, wie du sie in anderen Geschichten beschrieben hast …
Nick nennt Judith nicht ohne Grund gerne seinen „Blonden Bengel“ 
Kurzgeschichten stehen in keinem zeitlichen Kontext zu Serienfolgen, daher gibt es keine KG, die in der schwierigen Zeit Judiths spielen (Ende Staffel 1 und Beginn Staffel 2) - nur wer sehr tief fällt, kann sich danach sehr weit (und stark) wieder herauskämpfen … da ging es ihr echt dreckig, da war nicht viel mit Scherzen
Beim SGZ vor der Waschanlage (vor dem Einsatz mit dem Messerangriff) haben sie sich beide z.B. sehr hochgezogen. Auch bei der Stuntszene „‘n Käffken nur vor Mitternacht“ stichelte Judith mit „Samma, hasse ‘en Eco-Modus drinne?“, als Nick mit zu hohem Gang abbiegt. Die Geschichte ist in der Picknick-Ecke zur Entspannung und Unterhaltung. Einmal stellt Judith den Sitz des BMW nach Fahrertausch nach vorn und sagt zu Nick (der den Beifahrersitz zurückschiebt) sehend: „Boah, hat hier ‘n Elefant gesessen?“. Nicht zu vergessen über Funk, für alle hörbar: „Samma, Nick, seit wann bestimmsse bei uns, wo‘t langgeht? Dat issoch mein Part!“
Ursprünglich zielten die meisten Scherze von ihr auf Nicks ach-so-hohes Alter an. Er revanchierte sich dann mit Anspielungen auf 80er-Serien, die Judith wegen ihrem jungen Alter nicht kannte, z.B. „Ich nenn Dich bald nur noch J.R.“ (Judith: „Klingt doch cool mit den Initialen.“) oder - Schimanski oder Schimi hätte Judith wohl schon etwas gesagt, der Vorname jedoch nicht - als sie bei einer Verfolgung fast eine Kollision mit einem Citroën CX hat: „Hast den Horst ja nicht gerammt“ („Wie? Du kennst den Fahrer?“)
Lena ist aber auch nicht besser. Sie fragt Nick nach dem Einparken ganz trocken, ob sie ihm seinen Rollator aus dem Kofferraum holen soll; und der „Polli-Rolli“ ist ebenfalls eine Idee von ihr: ein E-Rollstuhl mit Schutzhelm, auf dem ein Blaulicht montiert ist. Da sie noch jünger als Judith ist, schlägt ihr Nick einmal vor, es „wie Faber vonne Fahndung“ zu machen, ihre Frage dann: „Haben wir einen neuen Kollegen?“
Ein wenig abgeschweift … danke für die guten Wünsche und die Rückmeldung, viele Grüße und schönen Sonntag!
Christian
( Ich geh jetzt schlafen und werde statt von Schellen von frechen Sprüchen träumen, hab ich mir vorgenommen … )
RE: Action : Wildern im fremden Revier
in Archiv 20.05.2025 15:03von Jana88 • Federlibelle | 792 Beiträge | 1835 Punkte
Boah, ich bin ganz erschöpft vom Lesen. Wahnsinnig rasant deine Action-Geschichte.
Da wird es noch einiges aufzuarbeiten geben im Nachhinein im Revier.
Zeitweise kam es mir beim Lesen aber auch wie ein Bericht vor, was mich ein bisschen gestört hat. Also eher so aneinandergereihte Punkte von Dingen, die getan wurden.
Ich fand es toll, wie realistisch und fundiert das Ganze geschrieben war. Das fühlte sich "echter" als in Filmen an.
Richtig klasse, viel Glück damit im Wettbewerb.
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Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut wird, ist es noch nicht das Ende *Oscar Wilde
RE: Action : Wildern im fremden Revier
in Archiv 22.05.2025 07:33von Zivilfahndung • Federlibelle | 954 Beiträge | 11472 Punkte
Danke für Deine Rückmeldung und die guten Wünsche, @Jana88
(ich selber hinke - nicht bloß hier - leider im Moment aus beruflichem Grunde etwas hinterher mit Kommentaren)
Zitat von Jana88
Zeitweise kam es mir beim Lesen aber auch wie ein Bericht vor, was mich ein bisschen gestört hat. Also eher so aneinandergereihte Punkte von Dingen, die getan wurden.
Generell versuche ich die Arbeit der Polizei nach Möglichkeit sachlich und neutral darzustellen, das ist meine Ausrichtung. Unterscheidet sich ggf vom gängigen „Buchdeutsch“. Das kann sich dann selbst bei Stunts hin und wieder einschleichen. Aber schön, dass Dir dennoch rasant und realistisch vorkam, Letzteres ist mir bei Stunts ebenso wichtig. Die Flugeinlage ist zum Beispiel schon etwas, das an der - von mir gesetzten oberen - Grenze agiert. Spektakuläre Szenen müssen bei mir in ein bodenständiges Gesamtkonzept passen
Viele Grüße,
Christian
RE: Action : Wildern im fremden Revier
in Archiv 02.06.2025 07:00von Anka • Federlibelle | 878 Beiträge | 4048 Punkte
Hallo @Zivilfahnung, dein Nickname, über den ich mich schon gewundert hatte, passt ja wie die Faust aufs Auge!
Es ist die erste Geschichte, die ich von dir gelesen habe und es ging gleich richtig zur Sache. Du hast die Verfolgungsjagd mit Worten sehr rasant dargestellt, da schwirrte mir der Kopf beim Lesen. Ich kenne solche Szenen sonst nur aus Filmen.
Du scheinst dich gut auszukennen in diesem Metier. Auch ich hätte gern gewusst, warum wer verfolgt wird und was aus der Verdächtigen geworden ist.
Sorry, wenn ich so doof frage: Was ist das für ein Dialekt? Ich kenne mich damit nicht so gut aus.
Die Aufgabe Action schreiberisch darzustellen hast du 100%ig erfüllt!
Geschichten schreiben ist wie zaubern!
www.writeandride.de
RE: Action : Wildern im fremden Revier
in Archiv 02.06.2025 22:54von Zivilfahndung • Federlibelle | 954 Beiträge | 11472 Punkte
Danke für Deine Rückmeldung, @Anka
Bei den beiden Ruhrpott redenden passt es mit der Zivilfahndung, ein zweites Dialekt-Duo (bairisch) ist zur künstlerischen Abwechslung des Autors uniformiert unterwegs
So Szenen machen die Ruhrpottler öfters, nur für körperliche Stunts (Mitfahrt auf der Motorhaube, Faustkampf) ist allein Judith zuständig - sie ist schließlich zehn Jahre jünger als ihr Partner 
Als ich versuchte, unter das Zeichenlimit zu kommen, hab ich wegen der Themenvorgabe bei der Action am wenigsten den Rotstift angesetzt, da blieb für die Verdächtige leider nicht mehr Raum als die Erwähnung
Viele Grüße,
Christian

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